Der verschwundene Fußballer und der mutmaßliche Versicherungsbetrug

Martin Thaler Panorama

Totgeglaubt und nach Jahren wieder aufgetaucht - ein ehemaliger Jugendspieler von Schalke 04 erzählt eine kuriose Geschichte. Die Staatsanwaltschaft vermutet Versicherungsbetrug. Der Spieler ist jedoch nicht der Täter, sondern anscheinend Opfer.

Ein totgeglaubter ehemaliger Jugendspieler des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 scheint nun wieder aufgetaucht zu sein.

Ein totgeglaubter ehemaliger Jugendspieler des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 scheint nun wieder aufgetaucht zu sein. Bild: picture alliance

Gelegenheit macht bekanntlich Diebe – und beim Thema Versicherungen scheint es offenbar reichlich Gelegenheiten zu geben. Jahr für Jahr erleiden allein die deutschen Versicherer Milliardenschäden, wie Peter Holmstoel, Leiter Kriminalitätsbekämpfung beim Versichererverband GDV, gegenüber procontra erklärte.  

Die Kreativität der Betrüger treibt dabei merkwürdige Blüten: Da präsentieren sich Menschen gegenüber ihrer BU-Versicherung im Rollstuhl, nur um sich dann später in gestählter Pose als Marathonläufer zu präsentieren. Andere Versicherungskunden gehen beim Betrug noch einen Schritt weiter und „opfern“ eigene Gliedmaßen mit der Erwartung, von der Versicherung großzügig hierfür entschädigt zu werden.

Ein weiterer mutmaßlicher Betrugsfall der Kategorie „kurios“ beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft Essen. Involviert ist ein ehemaliger Jugendspieler des Fußball-Bundesligisten Schalke 04. Dieser ist allerdings nicht der mutmaßliche Täter, sondern Opfer, wie mehrere Medien mit Bezug auf die Bild-Zeitung berichten.  

Alleine zurückgelassen

Im Jahr 2016 wurde der Tod des einstigen Schalker Abwehrspielers  Hiannick Kamba vermeldet. Dieser sei bei einem Autounfall in seinem Geburtsland Kongo ums Leben gekommen. Doch um es mit Schriftsteller Mark Twain zu sagen: Die Nachricht von seinem Tod war offenbar stark übertrieben.  

So berichtet die Bild-Zeitung, dass der mittlerweile 33-jährige Kamba sich bester Gesundheit erfreut. Statt bei einem Autounfall ums Leben gekommen zu sein, sei er im Januar 2016 bei einer Reise ins Landesinnere des Kongos nachts von seinen Begleitern ohne Geld, Papiere und Handy zurückgelassen worden.  

Diese kuriose Geschichte ist jetzt für die Staatsanwaltschaft Essen offenbar Grund zu ermitteln – und zwar gegen die Ex-Frau des Fußballers. Dieser wird vorgeworfen, den Tod Kambas vorgetäuscht zu haben, um eine sechsstellige Summe von ihrer Versicherung zu erhalten.  

Ein Vorwurf, den die Frau bestreitet. „Das Verfahren dauert noch an“, wird Oberstaatsanwältin Anette Milk in der Bild-Zeitung zitiert.

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