Cyber-Versicherung: Warum Maschinenbauer dringend Schutz benötigen

Florian Burghardt Digital Berater

Obwohl bereits viele von ihnen Opfer von Cyber-Kriminalität wurden, gehen Maschinenbaubetriebe eher sorglos mit dem Thema um. Das zeigt eine aktuelle GDV-Analyse. Über die Cyber-Versicherung könnten Makler den Einstieg in diese lukrative Zielgruppe finden.

Einige der befragten Maschinenbauer haben für die Herausgabe ihrer gesperrten Daten und IT-Systeme sogar Lösegeld bezahlt.

Einige der befragten Maschinenbauer haben für die Herausgabe ihrer gesperrten Daten und IT-Systeme sogar Lösegeld bezahlt. Bild: Pixabay

Maschinenbauunternehmen sind lukrative Kunden für Versicherungsmakler. Von der allgemeinen Corona-Krise einmal abgesehen ist es eine starke Branche mit großem Auftragsvolumen. Die Mitarbeiter sind Akademiker oder spezialisierte Fachkräfte und verdienen gut. Über die Absicherung der Firma ist also auch bAV- und Privatkundengeschäft möglich.

Als Einstieg in die Welt der Maschinenbauer ist anscheinend die Cyber-Versicherung gut geeignet. Denn von 100 von Forsa befragten Unternehmen sind 31 bereits Opfer erfolgreicher Cyber-Angriffe geworden. Jedes zehnte Maschinenbauunternehmen, das an der Umfrage im Auftrag des GDV teilgenommen hat, wurde sogar schon mehrfach Opfer von Datenklau oder durch Viren beschädigte Systeme. Teilweise zahlten die Maschinenbauer für ihre gesperrten Daten und IT-Systeme sogar Lösegelder.

Trotz dieser Vorkommnisse würden sich viele Maschinenbauer in falscher Sicherheit wiegen, glaubt GDV-Cyber-Experte Peter Graß. Von den befragten Unternehmen schätzen 55 das Risiko von Cyber-Kriminalität speziell für ihr Unternehmen als eher gering beziehungsweise sehr gering ein. Mit Blick auf ihre gesamte Branche glauben aber nur 38 an ein geringes Risiko.

Tausende Passwörter im Darknet aufgetaucht

Ein schriftliches Notfallkonzept gibt es bei 42 der 100 Maschinenbaubetriebe nicht. Einen verantwortlichen Mitarbeiter für die IT-Sicherheit haben immerhin 72 Unternehmen. Die GDV-Studie gibt keine Auskünfte über die Verbreitung von Cyber-Policen unter den Maschinenbauern. Eine Umfrage der Gothaer unter mehr als 1.000 kleinen und mittleren Unternehmen hatte aber kürzlich ergeben, dass nur 13 Prozent von ihnen bereits eine Cyber-Versicherung abgeschlossen hat.

Dafür ist es aber speziell unter Maschinenbauern anscheinend höchste Zeit. Denn als Ergänzung zur Umfrage hatte der GDV mit Hilfe des Analyse-Tools Cysmo die IT-Systeme von 500 mittelständischen Maschinenbauunternehmen untersuchen lassen. Ergebnis: Von 45 Prozent der Firmen fanden sich Daten im Darknet, darunter fast 8.000 E-Mail-/Passwort-Kombinationen von Mitarbeitern. Zudem nutzen 5 Prozent der Betriebe im Arbeitsalltag immer noch Softwares, für die es mittlerweile keine Sicherheits-Updates mehr gibt.

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