Courtage: Was tun, wenn Kunden wegen Corona stornieren?

Detlef Pohl Berater Recht & Haftung Corona

Zwei Maklerpools stunden Courtagerückzahlungen

Tatsächlich Hilfe bei der Stundung von Courtage, die wegen Kündigungen von LV- und PKV-Policen während der Haftzeit zurückgezahlt werden muss, bietet seit 23. April Maxpool (procontra berichtete). Nun ist blau direkt hinzugekommen. „Blau direkt bietet ein eigenes Programm zur Liquiditätsunterstützung an und stellt mehrere Millionen Euro bereit, um in Notlage geratenen Kollegen zu helfen“, bestätigte Sebastian Plaza, Head of Sales & Support bei blau direkt, am 29. April.

Plaza verwies wie Maxpool darauf, dass die finanziellen Hilfen nicht pauschal verteilt würden. Es gebe stets eine Einzelfallprüfung. „Die Verhältnismäßigkeit der zu stundenden Salden zu einem in unseren jeweiligen Häusern geführten Sachbestand des Maklers muss stimmen”, wird Oliver Drewes, Vorstandschef der Phönix-Maxpool-Gruppe, in der Meldung von blau direkt zitiert.

„Das ist keinesfalls in Konkurrenz oder als Ersatz für allgemeine staatliche Hilfestellungen oder Kreditprogramme der KfW zu verstehen“, sagt Drewes. Mit dem Stundungsprogramm - "bei Bedarf eine siebenstellige Summe" - wolle man ausdrücklich nicht Umsatzrückgänge der Maklerbetriebe kompensieren. „Wir decken gezielt das separat drohende Risiko ab, falls bereits vermitteltes Geschäft von Kunden nicht mehr voll oder gar nicht mehr mit Beiträgen bedient wird und Versicherer deswegen Courtagen zurückfordern“, erklärt Drewes.

Stundung ist kein Kredit

Es handele sich um eigenes Geld der Pools; Kreditvergabe sei allein Banken vorbehalten. Im Gegensatz zu einer Hausbank, die rein auf die gesamte Leistungsfähigkeit und den tatsächlichen letzten Jahresgewinn eines Maklerbetriebes blickt, stellen Maxpool und blau direkt auf die hausinternen Erfahrungen der Kooperation und auf das Verhältnis zu dem vorliegenden Sachversicherungsbestand des Maklers bei den Pools ab. Man gestalte die Rückzahlung der Salden nach Maklerwunsch flexibel - mit frei wählbarer Laufzeit von mehreren Jahren und Begleichung des Saldos über monatliche Raten oder durch eine prozentuale Kürzung der Vergütungssätze der kommenden Abrechnungen.

„Das ist eine vernünftige Initiative von Oliver Drewes“, findet blau-direkt-Chef Oliver Pradetto. Seine Begründung: Courtagerückforderungen ab einer gewissen Größenordnung können nicht mehr bedient werden. Da kriegt man das Geld nicht, muss es als Pool aber bereits dem Versicherer erstatten. Durch die Stundung helfe man seinen Partnermaklern unmittelbar mit eigenem Geld, statt sie zusätzlich zu frustrieren.

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