Corona schmilzt Gewinnerwartungen der Versicherer zusammen

Martin Thaler Corona Versicherungen Top News

Nach der Allianz korrigiert nun auch die W&W-Gruppe ihre Erwartungen nach unten. Vor allem die Auswirkungen an den Kapitalmärkten bekommen die Versicherer zu spüren, die DAV spricht von einem Anlagenotstand. Zugleich gibt sie jedoch auch Entwarnung.

Nach der Allianz hat jetzt auch die W&W ihre Gewinnerwartungen für dieses Jahr revidiert.

Nach der Allianz hat jetzt auch die W&W ihre Gewinnerwartungen für dieses Jahr revidiert. Bild: W&W

Die Versicherer bekommen die Auswirkungen der Corona-Pandemie immer deutlicher zu spüren. Nun kappte auch der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) sein Ergebnisziel für dieses Jahr. Die anvisierten 220 bis 250 Millionen Euro werden in diesem Jahr voraussichtlich nicht erreicht, teilte W&W am Montag mit.  

Eine neue Ergebnisprognose legte W&W nicht vor. „Aufgrund der aktuellen Unsicherheiten an den Märkten und in der Konjunktur lässt sich derzeit keine verlässliche und seriöse Prognose für das Geschäftsjahr 2020 abgeben“, heißt es hierzu vom Unternehmen.  

Auswirkungen verspürt das Unternehmen vor allem durch die volatilen Kapitalmärkte. Zudem belasteten bereits verbuchte Sondereffekte aus der Corona-Pandemie das Ergebnis. Das Neugeschäft entwickelte sich in den ersten drei Monaten hingegen positiv, erklärte W&W.  

Auch Allianz schraubt Ziel nach unten

Mit der Revidierung seiner Gewinnziele steht der Finanzkonzern aus Ludwigsburg nicht alleine dar. In der vergangenen Woche hatte bereits die Allianz mitgeteilt, das verkündete Gewinnziel von 11,5 bis 12,5 Milliarden Euro in diesem Jahr nicht erreichen zu können. Auch die Münchener gaben als Begründung „pandemiebedingte Unsicherheiten“ an. Ein neues Gewinnziel wolle man nach Abschluss der revidierten Planung mitteilen, verkündeten die Münchener.  

Neben Auswirkungen auf den Kapitalmärkten drohen den Versicherern durch die Corona-Pandemie auch Einbußen beim Neugeschäft sowie ein erhöhtes Schadensaufkommen. Einer Umfrage der Beratungsgesellschaften EY und V.E.R.S. Leipzig GmbH zufolge rechnet die überwältigende Mehrheit der Versicherer mit Einbußen beim Neugeschäft. Mehr als die Hälfte der befragten Versicherer (57 Prozent) geht sogar von deutlichen Einbußen aus. 

Hinzu kommen die sich verändernden Schadenquoten, die je nach Sparte unterschiedlich ausfallen dürften. Trotzdem dürften die Auswirkungen der Krise für die Versicherer zu meistern sein – hiervon zeigte sich zumindest die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) auf ihrem heutigen Pressegespräch überzeugt. „Die deutschen Versicherer werden die Folgen der Coronapandemie spüren. Aber als existenzbedrohend schätzen wir die Auswirkungen nicht ein“, beurteilte Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Aktuarvereinigung die aktuelle Lage. Risiken, wie die derzeitige Corona-Pandemie, würden von den Aktuaren bereits im Risikomanagement berücksichtigt.  

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