Corona beflügelt Aktieninteresse der Deutschen

Martin Thaler Investmentfonds

Die Deutschen gelten allgemein als Aktienmuffel, die einen weiten Bogen um Wertpapiere machen. Das scheint sich seit Beginn der Corona-Krise geändert zu haben, wie eine Untersuchung der BaFin nahelegt.

Die Kursschwankungen auf den Kapitalmärkten haben zuletzt offenbar viele Privatanleger dazu bewogen, in Aktien zu investieren.

Die Kursschwankungen auf den Kapitalmärkten haben zuletzt offenbar viele Privatanleger dazu bewogen, in Aktien zu investieren. Bild: Adobe Stock/ denisismagilov

Die Deutsche gelten als Volk der Aktienmuffel: Selbst die andauernde Niedrigzinsphase konnte die Sparer zuletzt nicht dazu animieren, mehr Geld in Wertpapiere zu investieren, wie eine im Dezember vergangenen Jahres durchgeführte Umfrage der Finanzaufsicht BaFin ergab. Stattdessen horten die Deutschen ihr Geld weiterhin in unmittelbarer Zugriffweite, auf Spar-, Tages- oder Festgeldkonten. Laut Deutschem Aktieninstitut betrug die Aktienquote 2019in Deutschland gerade einmal 15,2 Prozent – somit hat nur jeder siebte Deutsche über Wertpapiere bzw. Fonds verfügt.

Ausgerechnet die Corona-Krise scheint nun aber Bewegung in das Anlegeverhalten der Deutschen zu bringen. Genauer gesagt: die starken Kursschwankungen an den Kapitalmärten der vergangenen Wochen. Seit März haben laut einer aktuellen Untersuchung der Finanzaufsicht, über die diese in ihrem aktuellem BaFin-Journal berichtet, die Handelsaktivitäten von Privatanlegern, sprich die Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten, deutlich zugelegt. Insbesondere der Handel von Aktien hat zugenommen – viele Deutsche haben die niedrigen Kurse offenbar als Chance für sich ausgemacht.  

Stehen sonst Käufe und Verkäufe in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander, überwogen Ende Februar die Aktienverkäufe. Grund hierfür sind aller Wahrscheinlichkeit nach die starken Kurseinbrüche zu Beginn der Corona-Krise.  

Seit Anfang März hat sich die Situation jedoch ins Gegenteil verkehrt – bei weiter hohem Handelsaufkommen kauften Privatanleger deutlich mehr Aktien, als sie verkauften – vor allem Anleger deutscher Herkunft. Gefragt waren bei ihnen vor allem Aktien aus dem Deutschen Aktienindex (DAX). Hier überstieg das Volumen der Käufe das der Verkäufe um durchschnittlich circa 60 Prozent. Bei Privatanlegern mit ausländischer Herkunft fiel bei DAX-Werten der Kaufüberhang etwas geringer aus (30 Prozent).  

Auch andere Finanzinstrumente – neben Aktien – stießen bei den Deutschen auf eine höhere Nachfrage. Ein höheres Handelsaufkommen registrierte die BaFin vor allem beim Handel von Hebelzertifikaten und finanziellen Differenzkontrakten.  

Hervorzuheben ist dabei, dass das Anlegerverhalten privater Investoren von dem institutioneller Anleger abweicht. Zwar gab es auch hier einen Anstieg beim Handelsvolumen zu verzeichnen, jedoch weder einen Verkaufsüberhang Ende Februar, noch Kaufüberhänge seit Anfang März.

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