Corona: Bayerische bleibt weiter optimistisch

Martin Thaler Versicherungen

Bislang verzeichnen die Münchener nur geringfügige Auswirkungen der Krise. Profitieren können hingegen vor allem Vertriebspartner, die sich auf digitale Beratungsmöglichkeiten einlassen.

Die Bayerische blickt trotz Corona-Krise optimistisch aufs aktuelle Geschäftsjahr.

Die Bayerische blickt trotz Corona-Krise optimistisch aufs aktuelle Geschäftsjahr. Bild: Bayerische

Die Bayerische blickt mit breiter Brust auf das diesjährige Geschäftsjahr – der Corona-Krise zum Trotz. An den gesteckten Zielen will die Münchener Versicherungsgruppe nicht rütteln. „Corona soll hier keine Ausrede sein“, erklärte Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Versicherungsgruppe, auf der heutigen Bilanzkonferenz. Weiterhin sollen Kundenzahl und Beiträge wachsen, der Jahresüberschuss stabil bleiben.  

Das vorgetragene Selbstbewusstsein hat seine Wurzeln dabei in den positiven Geschäftszahlen des vergangenen Jahres, „des besten in der Firmengeschichte“, wie es Schneidemann betonte: Die Beitragseinnahmen stiegen von 504 auf 607 Millionen Euro, der Jahresüberschuss erhöhte sich von 10 auf 14 Millionen Euro, die Kundenzahl überstieg erstmals die Schwelle von 900.000 Kunden (Vorjahr: 814.000).  

Auch das Geschäftsjahr 2020 verlief aus Sicht des Versicherers sehr positiv, die Auswirkungen des Corona-Virus seien bislang nur in geringem Maße feststellbar – auch bei den Kapitalanlagen. Hier zahle sich aus, dass der Versicherer bereits in vergangenem Jahr seinen Aktienanteil merklich auf mittlerweile nur noch ein Prozent heruntergefahren habe, erklärte Vorstandsmitglied Thomas Heigl: „Dies ist auch ein Grund dafür, dass sich das Portfolio der Bayerischen widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen zeigt.“  

Auch beim Neugeschäft konnte die Bayerische bislang keine merkliche Eintrübung feststellen. Vor allem die nachhaltig orientierte Unternehmenstochter Pangaea Life verzeichnete – wie bereits im Vorjahr – ein deutliches Plus (+ 86 Prozent). Ein verstärktes Stornoaufkommen sei zudem bislang nicht festzustellen. Um ihre Kunden von der Kündigung ihrer Policen abzuhalten, hat die Bayerische – wie viele andere Versicherer auch – großzügigere Stundungsregelungen eingeführt, die von den Kunden offenbar auch genutzt werden. Insgesamt seien bis zum jetzigen Zeitpunkt Beiträge in Höhe von 400.000 Euro gestundet worden, teilte Schneidemann mit.  

Digitale Beratung macht sich bezahlt

Auch in der Kompositversicherung erwartet die Bayerische keine langfristigen Auswirkungen. Zwar sei – wenig verwunderlich – das Schadenaufkommen in der Kfz-Versicherung kurzfristig zurückgegangen, seit Mai habe es sich jedoch wieder auf normalem Niveau eingependelt. Beim Thema möglicher Rabatte sieht die Bayerische keinerlei Ankündigungsbedarf: „Das ist nicht notwendig, da unsere Kunden jederzeit im Kundenmanager ihren Kilometeranstand anpassen können“, erklärte Vorstandsmitglied Martin Gräfer.  

Beim Thema Digitalisierung will die Bayerische auch in Zukunft weiter investieren – 50 Millionen Euro sollen hier in den kommenden fünf Jahren investiert werden, genauso viel wie in den vergangenen fünf Jahren. Dies hat sich auch in der jetzigen Corona-Krise bewährt, in der 90 Prozent der Mitarbeiter vom Home-Office arbeiten konnten.  

Auch bei den Vertriebspartnern, sprich den Maklern, haben sich in der Krise die Auswirkungen der Digitalisierung gezeigt. „Vertriebspartner, die sich auf digitale Beratungsmöglichkeiten eingelassen haben, haben zuletzt ein deutliches Plus verzeichnet. Diejenigen, die diese neuen Möglichkeiten nicht wahrnehmen, waren hingegen deutlich im Minus“, betonte Schneidemann die in der digitalen Beratung liegenden Chancen.

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