BU-Ursachen: Frauen wesentlich häufiger von Krebs betroffen

Martin Thaler Berater

Krebserkrankungen sind für Frauen deutlich häufiger und früher eine Ursache für Berufsunfähigkeit. Dies ergab nun eine Bestandsauswertung der Swiss Life.

Vor allem Frauen bei Frauen sind Krebserkrankungen häufiger eine BU-Ursache als bei Männern, ergab nun eine Auswertung der Swiss Life.

Vor allem Frauen bei Frauen sind Krebserkrankungen häufiger eine BU-Ursache als bei Männern, ergab nun eine Auswertung der Swiss Life. Bild: Adobe Stock/ DragonImages

Rund eine halbe Million Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs – laut einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts aus dem vergangenen Jahr betrafen die meisten bösartigen Tumore hierbei Brust (68.900), Prostata (58.800), Dickdarm (58.300) und Lunge (57.500).  

Das Risiko an Krebs zu erkranken steigt dabei mit dem Alter deutlich an, das zeigen Daten des Zentrums fürs Krebsregisterdaten – doch auch in frühen Jahren sind Krebserkrankungen keine Seltenheit und reißen die Betroffenen zumeist aus ihrem Berufsleben heraus.  

 

Alter bei DiagnoseKrebsneuerkrankungen 2014
20 Jahre und jünger2.339
20-29 Jahre4.457
30-44 Jahre20.635
45-64 Jahre148.556
65 Jahre und älter300.135

Vor allem für Frauen sind Krebserkrankungen dabei deutlich häufiger ein Grund für eine Berufsunfähigkeit, wie eine Erhebung von Swiss Life zeigt. Der Versicherer hat hierfür seinen Bestand von BU-Leistungsempfängern ausgewertet und dabei teilweise deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern ausgemacht.  

Frauen deutlich häufiger und früher betroffen

So sind von den BU-Kunden des Lebensversicherers Frauen deutlich häufiger und früher von einer Krebserkrankung betroffen als Männer. Während Krebs für Männer zwischen 21 und 30 Jahren in vier Prozent aller Fälle die BU-Ursache ist, liegt die Quote bei Frauen der gleichen Altersklasse bereits bei neun Prozent.   Noch deutlicher fallen die Unterschiede in der Altersklasse der 31- bis 40-Jährigen aus. Während Krebs für fünf Prozent der Männer die BU-Ursache darstellt, ist der Anteil der Frauen dreimal so hoch (15 Prozent). Ein deutlicher Anstieg von Krebs als BU-Ursache ist bei Männern erst bei den 51- bis 60-Jährigen feststellbar (11 Prozent), doch auch hier liegt die Quote der betroffenen Frauen mit 16 Prozent höher.  

Eine wesentliche Rolle für die deutlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern dürfte das Thema Brustkrebs spielen, schätzt man bei Swiss Life. Auch jüngere Frauen bekämen diese Diagnose des Öfteren gestellt. Allerdings seien bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung die Heilungschancen in den vergangenen Jahre stark angestiegen, so dass betroffene Frauen zumeist nach ein bis zwei Jahren wieder in den Beruf zurückkehren könnten.  

Bei Männern sei die am meisten verbreitete Krebsform hingegen der Prostatakrebs. Dieser trete zumeist erst ab Anfang 50 auf, so dass sich Krebserkrankungen bei Männern in den Statistiken erst relativ spät bemerkbar machen.  

Zehn Prozent aller Leistungsfälle

Insgesamt sind Krebserkrankungen bei der Swiss Life derzeit für zehn Prozent aller Leistungsfälle verantwortlich – das seien jährlich mehrere Hunderte Kunden, erklärt der Versicherer „Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen, die in den letzten Jahren stark angestiegen sind. Bei Krebs erkennen wir glücklicherweise keinen Anstieg. Dennoch ist eine Krebserkrankung eine besondere Belastung für Kunden, die nicht selten auch mit dem temporären Ausscheiden aus dem Berufsleben einhergeht“, sagt Stefan Holzer, Leiter Versicherungsproduktion und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland.

Auf die gesamte Branche gerechnet sind Krebserkrankungen bei der Swiss Life damit weniger verbreitet als bei anderen Versicherern. Laut aktuellen Zahlen des GDV sind Krebserkrankungen in 18 Prozent aller Fälle die Ursache für eine Berufs- und Erwerbsunfähigkeit.  

Auch wenn Krebs bei der Swiss Life "nur" für zehn Prozent aller BU-Leistungsfälle verantwortlich ist, löst keine andere Erkrankung bei den Menschen solche Ängste aus wie ein bösartiger Tumor. Einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der Swiss Life zufolge äußerten 60 Prozent der Befragten Ängste, an Krebs zu erkranken. Die Angst vor einem Schlaganfall (47 Prozent) bzw. einer Demenz (42 Prozent) war hingegen weniger ausgeprägt. Zu einem ähnlichen Ergebnis war vor einigen Jahren bereits die Krankenkasse AOK gekommen.

Doch trotz bestehender Ängste scheut weiterhin der Großteil der Menschen die Initiative, seine Berufskraft entsprechend gegen Krebs und weitere Erkrankungen abzusichern. Lediglich 14 Prozent der Befragten gaben an, ihre Arbeitskraft abgesichert zu haben. „Diese Zahlen belegen leider deutlich, dass immer noch zu viele Menschen die Bedeutung einer Absicherung ihrer Arbeitskraft unterschätzen“, erklärte Holzer.