BSV: Aufsicht fordert Ende der Corona-Kulanz

Florian Burghardt Versicherungen Corona

Die internationale Versicherungsaufsicht IAIS warnt die Anbieter vor kulanten Leistungen in der Betriebsschließungsversicherung. Dies könnte der Branche nachhaltig schaden. Für einige Gastwirte hingegen ist das Tischtuch längst zerschnitten.

Die internationale Versicherungsaufsicht IAIS warnt vor Kulanz-Initiativen für nicht gedeckte Betriebsschließungsschäden in der Corona-Krise. Lässt sich das Verhältnis von Gastronomen zur Versicherungsbranche überhaupt wieder kitten?

Die internationale Versicherungsaufsicht IAIS warnt vor Kulanz-Initiativen für nicht gedeckte Betriebsschließungsschäden in der Corona-Krise. Lässt sich das Verhältnis von Gastronomen zur Versicherungsbranche überhaupt wieder kitten? Bild: Adobe Stock/robsonphoto

Nach der Europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA macht sich nun auch die Internationale Vereinigung der Versicherungsaufsichtsbehörden IAIS Sorgen um das Image der Versicherungsbranche. Eine effiziente Schadensabwicklung und klare Kommunikation mit den Versicherungsnehmern stärken das Vertrauen in den Versicherungssektor und leisten einen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung, heißt es dazu in der aktuellen Presseerklärung der internationalen Behörde.

Diese klare Kommunikation müsse aber auch erfolgen, wenn Corona-bedingte Schäden in den Policen ausgeschlossen sind. Die IAIS warnt speziell im Bereich der Betriebsschließungsversicherung (BSV) vor Initiativen, die Versicherer auch in solchen Fällen zur Leistung verpflichten sollen, in denen der Schaden vertraglich ausgeschlossen ist. Denn solche Verpflichtungen würden nach Einschätzung der IAIS die Solvabilität der Unternehmen untergraben und ihre Fähigkeit, Versicherungsschutz in anderen Fällen zu gewähren, beeinträchtigen.

Viele Gastwirte sind weiterhin unzufrieden

Bei der BaFin begrüßte man die Positionierung des internationalen Dachverbands. „Es gibt eindeutig klare Fälle, die gedeckt sind, und eindeutig ungerechtfertigte Schadenmeldungen, die man nicht zu Lasten des Kollektivs decken kann“, sagte BaFin-Exekutivdirektor Dr. Frank Grund. Auch GDV-Präsident Wolfgang Weiler hatte sich kürzlich für eine Begrenzung von Corona-Kulanzregelungen in der BSV ausgesprochen. Oppositionspolitiker, die hauptsächlich betroffenen Gastronomen und spezialisierte Anwälte sehen das freilich anders.

Irgendwo zwischen klarer Leistungspflicht und Ausschlüssen liegt die „bayerische Lösung“, innerhalb derer sich manche Versicherer mit teils unklaren Bedingungen zu freiwilligen Teilzahlungen an die Geschädigten verpflichtet haben. Doch was unter anderem vom bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger als „schnelles Geld für Gastronomie und Hotellerie, ohne Gerichtsverfahren“ gelobt wurde, stößt den Wirten zunehmend sauer auf. Einige von ihnen haben ihrem Ärger nun in einem kabarettistischen Youtube-Video Luft gemacht, in dem Aiwanger und die Versicherer nicht besonders gut wegkommen.

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