bAV: Warum hohe Garantien ausgedient haben

Detlef Pohl Berater Top News

Makler stellen sich weiter breit zur Betriebsrente auf. Umsatz und Courtageeinnahmen sind gestiegen, wie eine neue Studie zeigt. Bei der Produktauswahl rücken Modelle mit hohen Garantien zwangsläufig in den Hintergrund.

Mit weniger Garantien können neue Versorgungswerke deutlich robuster aufgestellt werden, sagt Rainald Meyer, Vorstand beim bAV-Berater Heubeck.

Mit weniger Garantien können neue Versorgungswerke deutlich robuster aufgestellt werden, sagt Rainald Meyer, Vorstand beim bAV-Berater Heubeck. Bild: Heubeck

Einen Ausweg aus der Niedrigzins-Starre bietet die Lockerung der Garantiebindung (procontra berichtete). „Damit können neue Versorgungswerke deutlich robuster aufgestellt werden und gleichzeitig attraktive Leistungen anbieten“, sagt Rainald Meyer. Der Vorstand des bAV-Beraters Heubeck weist darauf hin, dass durch niedrigere Garantiezusagen Freiräume für eine risikoreichere und damit ertragsstärkere Kapitalanlage geschaffen würden. „Das ist wichtig, damit Arbeitgeber sich nicht auf breiter Front aus der bAV zurückziehen, sondern diese weiterhin als attraktives Personalinstrument einsetzen“, so Meyer.

Mit diesem Ansatz könnte das Geschäft mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) noch stärker boomen als bisher. Laut der Studie „Betriebliche Altersversorgung 2020" entfallen 27,2 Prozent des aktuellen Geschäftsumsatzes auf die bAV, gaben die befragten freien Vermittler an (2019: 30,8 Prozent). Die Studie stammt von der der BBG Betriebsberatung in Zusammenarbeit mit der IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH. 308 Makler und Mehrfachagenten haben sich daran beteiligt.

In fünf Jahren erwarten sie einen ähnlichen Wert. Im Vorjahr war die Umsatzerwartung mit 32 Prozent noch deutlich stärker gewesen (procontra berichtete). Insgesamt ist die bAV derzeit der größte Umsatzbringer, gefolgt vom Geschäftsfeld Privatvorsorge/Biometrie (21,7 Prozent), privater Schaden- und Unfallversicherung (20,5 Prozent) und gewerblicher Schaden- und Unfallversicherung (14,1 Prozent). Gut 61 Prozent der Befragten stufen das bAV-Geschäft als relevant für ihr Unternehmen ein. Vor fünf Jahren sahen das erst 49 Prozent so. In fünf Jahren schätzen sogar 66 Prozent die Relevanz für ihre Maklerfirma als hoch ein.

Viele Makler setzen auf Betriebsrente

Die vermittelte Gesamt-Beitragssumme pro Vermittlerbetrieb im bAV-Geschäft erreichte 2019 laut Studie im Schnitt 1,97 Millionen Euro (2018: 1,6 Millionen Euro). Für 2020 werden im Schnitt 1,78 Millionen Euro Beitragssumme erwartet. Gut zwei Drittel der Befragten blieben 2019 jedoch im Schnitt unter 500.000 Euro Beitragssumme in der bAV, während 18,7 Prozent jeweils über fünf Millionen Euro Beitragssumme schafften. Für 2020 liegen die Schätzungen bei beiden Extremwerten deutlich höher.

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