Baufinanzierung: Corona lässt die Zinsen steigen

Florian Burghardt Corona Sachwerte

Infolge der Corona-Pandemie erhöht sich das Zinsniveau für Baukredite. Das belegt eine aktuelle Studie. Das Ende der Fahnenstange sei noch nicht erreicht. Die Darlehensnehmer reagieren bereits.

Die Corona-Krise lässt die Kosten für Immobilienkredite steigen. Um sich gegen eine ungewisse Zins-Zukunft abzusichern, entscheiden sich mehr und mehr Verbraucher für ein Forwarddarlehen.

Die Corona-Krise lässt die Kosten für Immobilienkredite steigen. Um sich gegen eine ungewisse Zins-Zukunft abzusichern, entscheiden sich mehr und mehr Verbraucher für ein Forwarddarlehen. Bild: Adobe Stock / bluedesign

Die Corona-Krise sorgt für steigende Kosten bei der Immobilienfinanzierung. Das belegt der aktuelle Trendindikator Baufinanzierung des Darlehensvermittlers Dr. Klein Privatkunden AG. Auf Basis von 35.000 Finanzierungen zeigt die Studie für den Monat April einen Anstieg der Standardrate auf 396 Euro monatlich (März: 379 Euro). Das ist der höchste Stand seit Juli 2019. Im April 2019 hatte die Standardrate allerdings noch bei 426 Euro gelegen.

Anders als beim Vergleich von Zinssätzen betrachtet Dr. Klein in seiner monatlichen Analyse des Baufinanzierungsmarktes die sogenannte Standardrate. Sie soll für Verbraucher die tatsächlichen Kosten für die Finanzierung einer Immobilie vergleichbar machen. Als Grundlage dienen ein Darlehensbetrag von 150.000 Euro, eine zweiprozentige Tilgung, 10 Jahres Sollzinsbindung sowie ein Beleihungsauslauf von 80 Prozent (Beleihungswert der Immobilie somit 187.500 Euro).

Zunahme bei Forward-Darlehen

Erst kürzlich hatte Dr. Klein-Vorstand Michael Neumann im Interview mit procontra steigende Zinsen für Häuslebauer in Folge der Pandemie prognostiziert. Nun realisieren sich offenbar seine Einschätzungen. Von Seiten der Studienautoren heißt es: „Die Standardrate spiegelt die im Zuge der Corona-Pandemie ebenfalls leicht gestiegenen Zinsen für Immobilienkredite wider. Mit zunehmender Verschuldung Deutschlands, die die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abpuffern soll, ist eine weitere Aufwärtsbewegung möglich – allerdings in überschaubaren Rahmen und nicht kontinuierlich.“

Die Krise sorge außerdem für zunehmende Zinsschwankungen im Markt. Die Kreditnehmer würden darauf mit steigender Nachfrage nach Forward-Darlehen reagieren, mit denen sie sich schon jetzt einen bestimmten Zinssatz für ihre Anschlussfinanzierung sichern können. Im April und März schlossen acht Prozent der Kreditnehmer ein Forward-Darlehen ab, im Februar waren es laut Neumann noch 6,5 Prozent, im Januar 5,2 Prozent. Allerdings bringt die Krise stellenweise auch sinkende Darlehenszinsen mit sich, die Häuslebauer bei der Kreditaufnahme oder Anschlussfinanzierung entlasten könnten.

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