Auf welche Immobilien Fondsmanager verstärkt setzen

Martin Thaler Investmentfonds

Besonders in Deutschland wurden die Fondsmanager der Immobilienfonds zuletzt fündig, die USA spielen hingegen kaum noch eine Rolle. Bei den Nutzungsarten gewinnen Wohnimmobilien immer mehr an Bedeutung.

Büroimmobilien wie hier in Frankfurt standen bei den Fondsmanagements zuletzt weniger hoch im Kurs.

Büroimmobilien wie hier in Frankfurt standen bei den Fondsmanagements zuletzt weniger hoch im Kurs. Bild: Adobe Stock/ Augustin Lazaroiu

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Nicht nur Goethe schätzte seine Heimat, auch die offenen Immobilienfonds orientieren sich zunehmend am Sinnspruch des deutschen Nationaldichters.   Laut einer Erhebung der Berliner Ratingagentur Scope investierten die offenen Immobilienpublikumsfonds im vergangenen Jahr 3,6 Milliarden in deutsche Objekte – dies entsprach gut 45 Prozent der Gesamtinvestitionen in Höhe von acht Milliarden Euro. Im Vorjahr entfielen auf deutsche Immobilien bei einem vergleichbaren Gesamtinvestitionsvolumen (7,8 Milliarden) noch 39 Prozent.

Deutlich zurückgefahren haben die jeweiligen Fondsmanagements ihre Investitionen hingegen in den USA. Entfielen 2018 noch 12,6 Prozent aller Investitionen auf Immobilien zwischen New York und Seattle, waren es im vergangenen Jahr nur noch drei Prozent – 2016 war es hingegen noch gut ein Drittel gewesen.  

Ein wesentlicher Grund für den deutlichen Investitionsrückgang in den USA sind laut Scope die hohen Kosten zur Absicherung der Währung. Hier spielen die deutlich unterschiedlichen Zinsniveaus zwischen dem Euro- und dem Dollarraum eine Rolle, die zu hohen Hedging-Kosten führten. Diese wiederum machten US-Investments für Investoren aus dem Euro-Raum zuletzt deutlich unattraktiver.

Wohnimmobilien werden immer beliebter

Bei den präferierten Nutzungsarten stehen weiterhin die Büroimmobilien am höchsten im Kurs. Insgesamt 60,9 Prozent aller Investitionen flossen zuletzt in Büros, im Vorjahr waren es noch 68,7 Prozent gewesen.   Dies liegt unter anderem auch daran, dass Wohnimmobilien für Fonds immer interessanter werden. Auch wenn Wohnungen bislang gerade einmal 2,3 Prozent des Bestandsportfolios ausmachen, holen sie mittlerweile schlagartig auf. Im vergangenen Jahr stellten Wohnimmobilien bereits 17 Prozent der gesamten Investitionssumme. Ein Großteil der Investitionen entfiel im vergangenen Jahr auf das Segment studentisches Wohnen.  

Nicht nur neu am Markt platzierte Fonds, wie der jüngst gestartete „BNP Paribas MacStone“ setzen unter anderem auf Wohnungen im Portfolio, auch die renommierten Schwergewichte, wie der Hausinvest von Commerz Real, wenden sich verstärkt dem Segment Wohnen zu.  

Nachgelassen hat hingegen das Interesse an Einzelhandelsimmobilien - nur noch 10,4 Prozent entfielen hierauf, 2018 waren es hingegen noch 17,7 Prozent gewesen. Der Anteil von Hotels am Gesamtinvestitionsvolumen sank von 8,5 auf 4,6 Prozent.  

Ein Trend, der sich in diesem Jahr fortsetzen werde, schätzen die Scope-Analysten. Auch aufgrund der derzeitigen Corona-Krise dürften die Investitionen in Hotels deutlich rückläufig ausfallen, auch Einzelhandelsimmobilien, allen voran Shopping-Center, dürften weniger gefragt sein. Im Fokus dürften hingegen Logistik- und Wohnimmobilien stehen.

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