Wie die Corona-Krise P&R-Gläubigern hilft

Martin Thaler Corona Sachwerte

Groß waren die Befürchtungen, die Corona-Krise würde das Containergeschäft in Mitleidenschaft ziehen. Für die P&R-Container ist dies bislang jedoch nicht feststellbar - im Gegenteil.

P&R-Container erfreuen sich derzeit steigender Nachfrage, heißt es von Insolvenzverwalter Michael Jaffé.

P&R-Container erfreuen sich derzeit steigender Nachfrage, heißt es von Insolvenzverwalter Michael Jaffé. Bild: picture alliance

Groß waren die Befürchtungen vieler P&R-Gläubiger, die Corona-Krise würde das Geschäft mit Schiffscontainern zum Erliegen bringen. Für die Anleger der mittlerweile insolventen P&R-Gruppe wäre ein Zusammenbruch des Containerhandels sehr schmerzhaft: Schließlich würde er ihre Chancen, finanziell noch einigermaßen glimpflich aus der P&R-Insolvenz zu kommen, merklich schmälern.  

Eine Milliarde Euro will Insolvenzverwalter Michael Jaffé mit der Fortführung des Geschäftsbetriebs in den kommenden Jahren erwirtschaften – bei Forderungen in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro käme man so auf eine Insolvenzquote von 30 Prozent. Zumindest dann, wenn das Geschäft mit den 600.000 verbleibenden Containern weiterläuft und nicht durch Corona zum Stillstand kommt.  

Entsprechende Befürchtungen wurden jetzt erst einmal von Insolvenzverwalter Jaffé zerstreut. Beim Geschäft mit gebrauchten Containern gebe es bislang keine negativen Auswirkungen durch die Corona-Krise zu verzeichnen, erklärte Jaffé: "Es kam im Gegenteil eher zu einer erhöhten Nachfrage nach Containern, weil sich gleichzeitig das Angebot verringerte, auch weil Neucontainer in China herstellt werden und dort die Produktion teilweise komplett heruntergefahren war.“  

Erste Abschlagszahlung noch dieses Jahr

Ob dies in Zukunft so bleiben wird, kann auch Jaffé natürlich nicht vorhersagen. Von seinem Ziel, eine Milliarde Euro mit den Containern zu erwirtschaften, rückt er allerdings nicht ab – bis zum März dieses Jahres konnten mit der planmäßigen Verwertung der Container bereits 325 Millionen Euro erzielt werden.

Die 54.000 Anleger sollen noch in diesem Jahr eine erste Abschlagszahlung erhalten. Bis das Insolvenzverfahren allerdings beendet ist, kann noch einiges an Zeit ins Land gehen – Experten halten hier einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren für denkbar.  

Diesen Umstand macht sich der Hedgefonds York Capital zunutze, der den Gläubigern ihre Forderungen abkauft. Erst letzte Woche erhöhte York Capital sein Angebot von 14 auf 16 Prozent der angemeldeten Forderungen. Im Vergleich zu einer anvisierten Insolvenzquote von 30 Prozent fällt dieses Angebot deutlich niedriger aus. Der Hedgefonds verspricht dafür schnelle Auszahlungen und verweist auf die zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, wie Wechselkursrisiken oder sinkende Containerpreise, die die Insolvenzquote beeinflussen können.  

Bislang haben nach Angaben von York Capital 400 Anleger Forderungen in Höhe von 20 Millionen an den Hedgefonds verkauft.

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