Verbraucherschützer reichen Klage gegen Axa ein

Martin Thaler Versicherungen

Existenzschutzversicherung statt Unfall-Kombirente? Die Kündigungen tausender Verträge durch die Axa stößt bei der Verbraucherzentrale Hamburg auf Widerstand. Die Axa beharrt auf ihrem Standpunkt.

Die Kündigung tausender Unfallrenten-Verträge hat für die Axa jetzt ein juristisches Nachspiel.

Die Kündigung tausender Unfallrenten-Verträge hat für die Axa jetzt ein juristisches Nachspiel. Foto: Axa

Die Entscheidung der Axa, knapp 17.500 Unfall-Kombirentenverträge in weniger attraktive Existenzschutzversicherungen umzuwandeln, hat ein juristisches Nachspiel. Die Verbraucherzentrale Hamburg reichte nun Klage ein. Der Grund: Die Axa hatte Kunden, die einer Umwandlung ihrer Kombirentenverträge nicht zustimmen wollten, mit Kündigung gedroht bzw. erste Kündigungen bereits ausgesprochen, wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet.  

Dies ist aber aus Sicht der Verbraucherschützer nicht möglich. Streitpunkt ist die Frage, ob es sich bei der Unfall-Kombirente um eine Sachversicherung handelt – diese dürfte vom Versicherer einseitig gekündigt werden. Während die Axa naturgemäß diese Ansicht vertritt, widersprechen die Verbraucherschützer. Bei der Unfallrente handelt es sich ihrer Meinung nach nicht vorrangig um eine Unfallversicherung, „da sie Komponenten einer Berufsunfähigkeitsversicherung besitzt.“ Zudem berichten die Verbraucherschützer von Fällen, in denen die Unfall-Kombirente als Alternative zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung vermittelt wurde.  

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung darf jedoch nicht ohne besonderen Grund gekündigt werden. „Daher ist eine solche Kündigung der Unfall-Kombirente aus unserer Sicht nicht möglich“, teilt die Verbraucherzentrale mit.

Axa weist Kritik zurück

Die Antwort der Axa auf diese Vorwürfe fällt eindeutig aus: „Allein das Einreichen einer Klage ist kein Beleg für die Rechtmäßigkeit der erhobenen Vorwürfe. Das beidseitige Kündigungsrecht ist vertraglich klar geregelt und gesetzlich verankert. In zwei vergleichbaren gegen AXA gerichtete Klagen vor dem Amtsgericht Hanau hat das Gericht übrigens die Klagen abgewiesen und damit unsere Rechtsauffassung vollumfänglich bestätigt“, teilte der Versicherer gegenüber procontra mit.  

Auch das Ersatzprodukt zur Unfall-Kombirente ist aus Sicht der Axa eine gute Alternative für den Kunden. „Wir sind überzeugt, dass wir mit der Existenzschutzversicherung (ESV), dem Nachfolgeprodukt der UKR, eine hervorragende Lösung haben, die in wesentlichen Aspekten höhere Leistungen beinhaltet, als das bisherige Produkt, und damit den hohen Erwartungen unserer Kunden entspricht.“ So würde die Existenzschutzversicherung eine bessere Absicherung bei Krebserkrankungen bieten. Statt erst bei Stadium III zu zahlen, leistet die Existenzschutzversicherung bereits ab Stadium II.  

Allerdings leistete die Unfallrente im Fall einer Invalidität bis ans Lebensende – bei der teureren Existenzschutzversicherung ist dies nur bis zum 67. Lebensjahr möglich.

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