Riester: Verbraucherschützer mahnen Abschlusskostenklauseln bei Banken ab

Martin Thaler Investmentfonds

In vielen Riester-Sparverträgen der Sparkassen findet sich eine Klausel, die zu Beginn der Auszahlphase Vertriebs- und Abschlusskosten vorsieht. Diese Klausel mahnte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ab - mit Erfolg.

Eine Klausel in Riester-Banksparverträgen der Sparkassen sorgt bei Verbraucherschützern für Ärger.

Eine Klausel in Riester-Banksparverträgen der Sparkassen sorgt bei Verbraucherschützern für Ärger. Bild: picture alliance

Wer einen Riester-Vertrag bei einer Bank abgeschlossen hat, sollte sich diesen noch einmal genau anschauen. Denn es kann vorkommen, dass die Finanzinstitute später Abschluss- und /oder Vermittlungskosten verlangen, auf die sie nicht vorvertraglich hingewiesen bzw. diese klar beziffert haben.  

Ein solcher Passus war unter anderem in einem Riester-Banksparplan enthalten, den die Sparkasse Ulm unter der Bezeichnung „Vorsorge Plus“ vertrieb. Für den Kunden bedeutete dies konkret: Zum Ende der Ansparphase erhielten diese ein Angebot von der Bank. Bis zum 85. Lebensjahr würden sie ihr Guthaben aus dem Banksparplan ausgezahlt bekommen. Danach würde die Rente aus einer Rentenversicherung bezahlt werden, die als Bestandteil des Riester-Vertrags extra abgeschlossen werden sollte. Die Beiträge hierfür sollten aus dem bestehenden Sparguthaben bezahlt werden. Verbunden mit der Auszahlung und Verwaltung seien zusätzliche Abschluss- und Vermittlungskosten.  

Die Kosten beliefen sich laut einer Meldung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg auf 12,7 Prozent der Summe, die als Beiträge für die Rentenversicherung benötigt wurden. Bei einer Beitragshöhe von 6.000 Euro beliefen sich die Kosten für Abschluss, Vermittlung und Verwaltung somit auf 750 Euro.  

Bei Vertragsabschluss waren die Sparer darauf hingewiesen worden, dass „im Falle der Vereinbarung einer Leibrente dem Sparer ggfs. Abschluss. Und /oder Vermittlungskosten belastet werden“. Diese Klausel mahnte die Verbraucherzentrale nun ab – mit Erfolg. Die Verbraucherschützer vertraten hierbei die Meinung, dass Entgelte, die vor Vertragsschluss nicht klar beziffert worden seien, nicht verlangt werden könnten.  

„Die Anbieter haben es versäumt, die Phase des Rentenbezugs in ihren Verträgen klar zu regeln und wälzen nun Kosten auf ihre Kunden ab, die sie aber selbst tragen müssen. Schließlich müssen sie ihre Verträge erfüllen und eine Rente zahlen“, erklärte Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.  

Auch andere Sparkassen haben gleichlautende Klauseln in ihren „Vorsorge-Plus-Verträgen“ verankert, erklären die Verbraucherschützer. Gegen weitere Institute seien deswegen Klagen ergangen, darunter die Sparkassen Kaiserslautern, Westmünsterland und Günzburg-Krumbach. Betroffen seien hiervon Riester-Bankspar-, Fondsspar- sowie Bausparverträge.  

Auch bei einer Volksbank entdeckten die Verbraucherschützer in einem „VR-RentePlus“-Vertrag eine entsprechende Klausel. Hier fielen für den Kunden beim Übergang in die Auszahlungsphase Abschluss- und Vertriebskosten in Höhe von vier Prozent an. Im Vertrag hieß es jedoch: „Abschluss- und Vertriebskosten werden für den Altersvorsorgevertrag nicht berechnet.“ Nach Einschaltung des Ombudsmannes erstattete die Bank schließlich die belasteten Kosten.

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