Rentenkommission: Mehrheit der Deutschen zeigt sich mit Ergebnissen unzufrieden

Anne Hünninghaus Versicherungen

Das von der Bundesregierung beauftragte Gremium hatte am 27. März nach zwei Jahren Konzeption seinen Abschlussbericht vorgestellt. Nun bat das DIA die deutschen Bürger um eine Bewertung.

Bundesminister Hubertus Heil will die Vorschläge nun zeitnah prüfen.

Bundesminister Hubertus Heil will die Vorschläge nun zeitnah prüfen. Bild: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Zu vage, zu wenig innovativ: Reichlich Schelte aus der Branche hatte es unmittelbar nach Veröffentlichung des überarbeiteten Rentenkonzepts bereits gegeben – auch vonseiten des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Dieses präsentiert nun eine repräsentative Befragung der deutschen Bevölkerung, die in der vergangenen Woche vom Meinungsforscher Insa durchgeführt worden war.

Abstimmen sollten die befragten Bürger darüber, wie sie zur folgenden Aussage stehen: „Die Kommission hat ihren Auftrag nur ungenügend erfüllt, weil sie keine konkreten Lösungen, sondern nur vage Empfehlungen erarbeitet hat, wie trotz der starken Zunahme der Rentner in den kommenden Jahren die Finanzierung gesichert bleibt.“ Dieser - der DIA-Einschätzung entsprechenden - Zusammenfassung der Kommissionsergebnisse stimmte mit 48 Prozent knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer zu.

Welche Parteipräferenz die Befragten haben, spielt dabei offenbar kaum eine Rolle. 69 Prozent der Linke-Wähler stützen die Aussage und lehnen das Konzept demnach ab. Aber auch Anhänger von AfD (58 Prozent), Grünen (57 Prozent) und SPD (53 Prozent) scheinen wenig überzeugt von den Ergebnissen. Mit immerhin noch 49 Prozent Zustimmung zur Aussage, sind Unions- und FDP-Wähler tendenziell am wenigsten enttäuscht.

Viele Bürger trauen sich keine Einschätzung zu Altersvorsorgefragen zu

Bewertet werden sollte auch der Vorschlag, Korridore für den Rentenbeitrag und das Rentenniveau festzulegen und so eine Überforderung von Beitragszahlern zu verhindern und die finanziellen Lasten sowohl auf Beitragszahler als auch Rentner zu verteilen. Mit 39 Prozent erachtet sich die relative Mehrheit der Bürger nicht als kompetent genug, diese Frage zu beantworten, was für einen Mangel an Wissen und Kommunikation zum Thema Altersvorsorge sprechen könnte. Unter denen, die sich eine Einschätzung in dieser Frage zutrauen, ist das Meinungsbild unterdessen gespalten: 24 Prozent stimmen der Aussage zu, ebenso viele lehnen sie ab.

Danach gefragt, ob mit fünf Politikern, einem Gewerkschafts- und einem Arbeitgebervertreter zu viele politisch beeinflusste Mitglieder vertreten seien, bejahten 42 Prozent, 31 Prozent wollten dazu keine Einschätzung abgeben.

An der repräsentativen Umfrage, die in der Zeit vom 3. bis 6. April stattfand, nahmen 2.062 Personen aus Deutschland ab 18 Jahren teil.

Die Rentenkommission hatte ihre Arbeit vor knapp zwei Jahren aufgenommen. Das zehnköpfige Expertengremium, das sich aus Politikern der Groko-Parteien CDU und SPD, sowie Vertretern von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Wissenschaft zusammensetzt, sollte Vorschläge präsentieren, wie das Rentensystem über das Jahr 2025 hinaus gestaltet werden kann. Die Bundesregierung gab an, die Empfehlungen der Kommission prüfen und in ihren weiteren Überlegungen einbeziehen zu wollen.

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