Niedrigzinsen: Sparer wollen verstärkt auf Kosten und Provisionen achten

Martin Thaler Investmentfonds

Die Niedrigzinsphase macht die Geldanlage für die Deutschen nicht einfacher. Statt auf Renditechancen setzen viele Deutsche jedoch eher auf geringe Kosten und schnelle Verfügbarkeit, wie eine Umfrage der Bafin zeigt.

Wie verändern die Deutschen angesichts der andauernden Niedrigzinsphase ihr Sparverhalten? Diese ließ die Bafin erfragen.

Wie verändern die Deutschen angesichts der andauernden Niedrigzinsphase ihr Sparverhalten? Diese ließ die Bafin erfragen. Bild: AdobeStock/ BillionPhotos.com

Die Zinsen für Einlagen auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto sind gegenwärtig so niedrig wie nie zuvor. Ein Zustand, der auch in den kommenden Jahren weiter Bestand haben dürfte. Doch wie reagieren die Deutschen auf die niedrigen Zinsen? Bieten Sie Anlass, das eigene Sparverhalten zu überdenken?  

Dieser Frage ist nun die Finanzaufsicht BaFin in einer Umfrage nachgegangen. Durchgeführt wurde diese im November bzw. Dezember des vergangenen Jahres und damit vor der Corona-Krise.  

Das Ergebnis: 53 Prozent der befragten Sparer gaben an, dass die niedrigen Zinsen durchaus einen Einfluss darauf haben, wie sie ihr Geld anlegen. Allerdings ist nur ein Bruchteil von ihnen (36 Prozent) bereit, bei ihrer Geldanlage ein höheres Risiko einzugehen, um eine höhere Renditechance zu erhalten.  

Stattdessen will die überwiegende Mehrheit der Deutschen verstärkt auf Kosten, Gebühren und Provisionen achten, wenn sie ihr Geld anlegen. Den Abschluss von Lebens- bzw. Rentenversicherungen dürfte diese Einstellung nicht befeuern – gerade hier scheinen Makler besonders gefragt, die Vorzüge einer Rentenversicherung gegenüber einem auf den ersten Blick günstiger erscheinenden ETF-Sparplan zu erläutern.  

Sparer halten Lebensversicherungen für ungeeignet

Für 73 Prozent der Sparer ist es aufgrund der niedrigen Zinsen zudem wichtiger geworden, schneller über ihr Geld verfügen zu können. Nur 54 Prozent erklärten sich hingegen dazu bereit, ihr Geld langfristiger anzulegen, um eine bessere Rendite erzielen zu können.  

Lebensversicherungen kommen dabei allerdings offenbar nur für die wenigsten infrage – lediglich ein Drittel der Befragten (32 Prozent) erklärte, dass diese in Niedrigzinsphase besonders gut zur Geldanlage geeignet seien. Zum Vergleich: Fest- bzw. Tagesgeldkonten hielten 36 Prozent der Befragten für sehr geeignet. Am geeignetsten bewerteten die meisten Sparer (77 Prozent) Immobilien, gefolgt von Goldbarren und -münzen (55 Prozent).  

Die Umfrage bietet jedoch auch einen Hoffnungsschimmer für Vermittler. Denn viele Deutsche, die ihr Geld auf Sparbücher bzw. Tages- und Feldgeldkonten deponiert haben, tun dies offenbar aus Bequemlichkeit sowie aufgrund fehlenden Wissens. So antworteten 33 Prozent der Sparer auf die Frage, warum sie höhere Beträge auf ihrem Girokonto beließen, dies „aus Gewohnheit“ zu tun. 19 Prozent gaben an, nicht zu wissen, wie sie ihr Geld besser anlegen könnten, weitere 14 Prozent nannten eine anderweitige Geldanlage als „zu kompliziert und aufwendig“.

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