Menschen kaufen wieder mehr Riester-Versicherungen

Martin Thaler Versicherungen

Der Riester-Bestand stieg im vierten Quartal des vergangenen Jahres erstmals seit längerer Zeit wieder an. Eine Trendwende ist das allerdings nicht.

Zuletzt setzten wieder mehr Menschen auf die Riester-Versicherung zur fianziellen Absicherung ihres Lebensabends.

Zuletzt setzten wieder mehr Menschen auf die Riester-Versicherung zur fianziellen Absicherung ihres Lebensabends. Bild: picture alliance

Unverhofft kommt bekanntlich oft: Während sie für viele bereits als „verbrannt“ gilt und in Berlin über ihre Zukunft debattiert wird, feierte die Riester-Rente zuletzt ein kleines Comeback, wie die neuen Absatzzahlen des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) zeigen. So stieg die Zahl der Riester-Verträge im vierten Quartal 2019 auf insgesamt 16,530 Millionen – im dritten Quartal hatte sie noch bei 16,508 Millionen gelegen.  

Ein Plus von 22.000 Verträgen mag zunächst bescheiden erscheinen. Allerdings war der Riester-Gesamtbestand seit 2017 durchgehend rückläufig, so dass das Plus zum Ende des Jahres 2019 als durchaus bemerkenswert bezeichnet werden kann. 

Ein Plus gab es bei alle Riester-Produktarten zu verzeichnen. Lediglich der Bestand der Banksparpläne war weiterhin rückläufig. Er sank insgesamt um 3.000 auf 627.000 Verträge.  

8.000 Riester-Versicherungen mehr

Am stärksten stieg hingegen die Zahl der Investmentfondsverträge an – gegenüber dem 3. Quartal verzeichnete der Bestand ein Plus von 11.000 auf nun 3,302 Millionen Verträge. Der Investmentfondsvertragsbestand war in den vergangenen Jahren der einzige gewesen, der zulegen konnte. 

Einen Zuwachs gab es auch beim Wohnriester-Bestand (+ 6.000 auf 1,812 Millionen Verträge) sowie bei den Riester-Versicherungen (+ 8.000 auf 10,764 Millionen Verträge) zu verzeichnen. Vor allem das Plus im Versicherungsbereich ist bemerkenswert. Zwar machen Versicherungsverträge immer noch den Großteil des Riester-Bestands aus, seit 2014 (Bestand: 11,03 Millionen) gehen die Zahlen allerdings zurück.  

Von einer Trendwende bei Riester kann trotz des unerwarteten Vertrags-Zuwachses jedoch keine Rede sein. Betrachtet man das gesamte Jahr 2019 sank der Bestand aller Riester-Produkte gegenüber 2018 um 71.000. Der Großteil hiervon entfiel mit 53.000 Verträgen auf die Riester-Versicherungen.  

 

Jahr Vers.-Vertr. (in Tausend)Banksparvertr. (in Tausend)Investm.-Vertr. (in Tausend)Wohn-Riester (in Tausend)Gesamt (in Tausend)
201010.4847032.81546014.462
201110.9987502.95372415.426
201211.0237812.98995315.746
201311.0138053.0271.15416.000
201411.0308143.0711.37716.293
201510.9968043.1251.56416.489
201610.9317743.1741.69116.570
201710.8817263.2331.76716.607
201810.8276763.2881.81016.600
201910.7726273.3131.81816.530

Die sinkende Nachfrage ist auch Anstoß für die Gespräche zwischen Politik und Versicherern über die Zukunft der Riester-Rente. Beraten wird, ob die bestehende Riester-Rente reformiert werden kann oder es ein neues, standardisiertes, staatliches Produkt braucht. Klar ist bislang nur, dass Reformbedarf besteht – diesen hatte zuletzt auch die Rentenkommission in ihrem Bericht festgehalten und unter anderem modifizierte Beitragsgarantien vorgeschlagen.

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