Maklerzahl sinkt zum dritten Mal in Folge

Martin Thaler Berater

Die Zahl der Versicherungsvermittler ist weiter rückläufig, wie aktuelle Zahlen des DIHK-Vermittlerregisters zeigen. Auch die Zahl der Makler nimmt ab – was auch am Corona-Virus liegen könnte.

Wohl Deutschlands bekanntester Versicherungsvertreter: Günter Kaiser von der Hamburg-Mannheimer, gespielt vom Schauspieler Nick Wilder.

Wohl Deutschlands bekanntester Versicherungsvertreter: Günter Kaiser von der Hamburg-Mannheimer, gespielt vom Schauspieler Nick Wilder. Bild: picture alliance. Bildbearbeitung: procontra

Die Zahl der Versicherungsvermittler nach § 34d Gewerbeordnung geht auch 2020 weiter zurück – allerdings weit weniger deutlich als im „Seuchenjahr“ 2018. Laut aktuellem Vermittelregister des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sank die Zahl der 34d-Vermittler im Vergleich zum Januar dieses Jahres um knapp 1.000 auf nun 197.455 Versicherungsvermittler. Zum Vergleich: Im April des vergangenen Jahres hatte ihre Zahl noch 199.961 betragen.  

Für den maßgeblichen Teil des Rückgangs waren erneut die gebundenen Versicherungsvertreter verantwortlich: Ihre Zahl sank gegenüber dem Januar um rund 700 auf 117.974. Im Januar waren es noch 118.687, im April des Vorjahres noch 119.978 gewesen.  

Doch auch die Zahl der Makler ist zum dritten Mal in Folge – wenn auch nur geringfügig - rückläufig: Ihre Zahl ging auf 46.199 zurück, nachdem im Januar dieses Jahres noch 46.286 Makler beim DIHK registriert waren. Im April des Vorjahres hatte ihre Zahl noch 46.388 betragen. Dass diese Zahl auch in Zukunft weiter sinken könnte, liegt auch an der Tatsache, dass derzeit keiner mehr Makler werden kann. Aufgrund der Corona-Krise werden die erforderlichen Sachkundeprüfungen derzeit nicht mehr angeboten. 

Als relativ stabil erweist sich zudem die Zahl der Finanzanlagenvermittler nach § 34f Gewerbeordnung. Ihre Zahl betrug zum ersten April dieses Jahres 37.940 – das waren 34 weniger als im Januar. Wie sich diese Zahl in Zukunft entwickelt wird, hängt nach Angaben vieler Vermittler auch damit zusammen, ob sich die SPD mit ihren Plänen durchsetzen kann. Die Sozialdemokraten befürworten einen Aufsichtswechsel für die 34f-Inhaber – in Zukunft sollen diese von der Finanzaufsicht BaFin statt von den IHKs bzw. Gewerbeämtern überwacht werden.  

Viele Vermittler befürchten hierdurch hohe Kosten und liebäugeln damit, im Fall der Fälle ihre Erlaubnis zurückzugeben. Noch steht das Gesetzgebungsverfahren allerdings am Anfang – aus Reihen der CDU-Bundestagsfraktion war bereits zu hören, dass der aktuelle Gesetzesentwurf nicht mitgetragen werden soll.

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