LV-Standmitteilungen: Studie sorgt für Unverständnis

Florian Burghardt Top News Versicherungen

Policen Direkt hatte zwei Lebensversicherern versehentlich Verstöße gegen die gesetzlichen Mindestanforderungen für Standmitteilungen attestiert. Auch andere Anbieter sind unzufrieden mit ihrem Ergebnis. Wie die Studienautoren auf die Kritik reagieren.

Unter anderem bei der Gothaer kann man die Kritik an den LV-Standmitteilungen nicht nachvollziehen.

Unter anderem bei der Gothaer kann man die Kritik an den LV-Standmitteilungen nicht nachvollziehen. Bild: Gothaer

Die jährlichen Standmitteilungen zu Lebensversicherungsverträgen sollten für die Kunden verständlich sein und alle relevanten Daten enthalten. Damit die Versicherer dies gewährleisten, gibt es gesetzliche Mindestanforderungen. Diese würden nach aktuellem Stand aber 12 von 78 Lebensversicherern nicht erfüllen, attestierte der Zweitmarkthändler Policen Direkt der Branche vor rund einem Monat mit seiner Transparenzanalyse.

Aus den 12 Lebensversicherern im kritischen Rampenlicht wurden dann aber schnell nur noch 10. Wie Policen Direkt auf procontra-Nachfrage erklärte, wurden die Saarland Lebensversicherung und die myLife Lebensversicherung fälschlicherweise auf Basis nicht mehr aktueller Schreiben beziehungsweise Formulierungen bewertet.

Gothaer kann Ergebnis nicht nachvollziehen

Kritik an der Studie gab es daraufhin auch von Seiten der Gothaer Lebensversicherung. Laut Policen Direkt würden die Schreiben des Versicherers die gesetzlichen Mindestanforderungen zur Todesfallleistung und zum aktuellen Auszahlungsbetrag des Vertrages nicht vollständig erfüllen. Dies könne man nicht nachvollziehen, heißt es auf procontra-Nachfrage aus der Fachabteilung Leben Vertriebsunterstützung der Gothaer. Schließlich würden die Leistungen im Todesfall auf Seite 1 der Standmitteilung dargestellt und in Garantie, Bonussumme, Bewertungsreserven und Gesamtsumme aufgegliedert. Der Auszahlungsbetrag bei Kündigung würde sich dann auf Seite 2 des Dokuments finden (ein Muster der Gothaer LV-Standmitteilungen liegt der procontra-Redaktion vor).

Laut Rafael Kurz von Policen Direkt würde diese Darstellung jedoch nicht genügen, um die gesetzlichen Mindestanforderungen vollständig zu erfüllen. „Damit der Auszahlungsbetrag im Leistungsfall, also die Todesfallleistung und bei Kündigung der Rückkaufswert stimmen, muss die Höhe der Schlussüberschüsse angegeben beziehungsweise im Wert enthalten sein. Sonst ist der Wert nicht korrekt“, erläutert Kurz. Der bloße Hinweis darauf, dass zu den aufgegliederten Leistungen noch eine Summe X an Schlussüberschüssen dazukomme, reiche hingegen nicht aus.

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