Kfz-Versicherung: „Goldenes Jahr“ wegen Corona?

Florian Burghardt Versicherungen Corona

Die Deutschen fahren krisenbedingt weniger Auto. Allianz und Huk-Coburg verzeichnen bereits rückläufige Schadenmeldungen. Wird aus der Kfz-Versicherung bald eine Gewinnsparte? Immerhin können sich Kunden einen Teil ihrer Prämie zurückholen.

Beschert die Corona-Krise den Kfz-Versicherern ein "goldenes Jahr"?

Beschert die Corona-Krise den Kfz-Versicherern ein "goldenes Jahr"? Bild: picture alliance/dpa

Für viele Menschen hierzulande entfällt derzeit aufgrund des Homeoffice die Fahrt zur Arbeit. Zudem fallen mangels Zielen die Autofahrten in der Freizeit größtenteils weg. Laut dem ADAC hatte sich das Stauaufkommen auf deutschen Autobahnen bereits Ende März mehr als halbiert.

Dass aufgrund dieser Umstände auch das Schadenaufkommen sinken wird, ist eine logische Folge. Dies hatte Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandssprecher der Huk-Coburg-Versicherungsgruppe, schon vor gut einer Woche bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für 2019 betont.

„Goldenes Jahr 2020?“

Auf procontra-Nachfrage heißt es nun von Seiten des Marktführers in der Kfz-Versicherung, dass die Schadenmeldungen bereits spürbar zurückgehen. „Für eine Quantifizierung ist es aber noch zu früh“, erklärte am Donnerstag eine Sprecherin. Auch bei der Allianz machen sich die Corona-Restriktionen schon bemerkbar. „Wir sehen bei der Allianz einen Rückgang der Schadenmeldungen in der Kfz-Versicherung in den letzten Wochen“, hieß es vom zweitgrößten Kfz-Versicherer auf dem deutschen Markt.

Die Kfz-Versicherung ist alles andere als eine Gewinnsparte. Viele Anbieter laufen hier sogar seit mindestens 6 Jahren Verlusten hinterher. Doch aufgrund der sinkenden Schadenzahlen, bedingt durch die Corona-Krise, könnte 2020 ein „goldenes Jahr“ für die Kfz-Versicherung werden. Diese Prognose haben kürzlich auch Dr. Fred Wagner, Professor für Versicherungsbetriebslehre an der Universität Leipzig und Dr. Michael Pickel, Vorstandsmitglied der Hannover Rück, in dem Interviewformat #fredwagner geteilt.

Versicherte können sich Geld zurückholen

Bevor die Kfz-Versicherer aber von einer Combined Ratio von 90 Prozent und weniger träumen, sei gesagt: Wer weniger fährt muss auch weniger bezahlen. Denn die jährliche Fahrleistung in Kilometern bestimmt auch stets die Höhe des Kfz-Beitrags mit. Beispielsweise können 30 Prozent weniger gefahrene Kilometer die Prämie um bis zu 24 Prozent reduzieren. Das hat das Vergleichsportal Verivox bei einer internen Analyse herausgefunden, in die über 300 Vollkasko-Tarife von insgesamt 67 Versicherern einflossen. Ist das Auto nur in der Haftpflicht versichert, sind die Rabatte im Schnitt etwas niedriger.

Wer zum Beispiel statt 20.000 Kilometern nur 14.000 fährt, zahlt durchschnittlich 12 Prozent weniger. Doch um das Geld erstattet zu bekommen (viele Kfz-Versicherte bezahlen die Prämie jährlich im Voraus), müssen die Kunden in unterschiedlichem Maße aktiv werden. Manche Anbieter fragen ohnehin am Ende des Jahres nach dem Kilometerstand und verrechnen die tatsächlich gefahrenen Kilometer dann zum Beispiel mit dem Preis für das kommende Jahr. Teilweise sind auch Auszahlungen möglich. Bei anderen Kfz-Versicherern müssen die Verbraucher selbst tätig werden und ihre Fahrleistung noch im laufenden Jahr aktualisieren. Bei Fragen zu diesem Thema können sie aber auch ihre persönlichen Vermittler ansprechen.

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