Kfz-Versicherer brüsten sich mit Selbstverständlichkeiten

Florian Burghardt Versicherungen Top News Corona

Neben dem Marktführer brüsten sich momentan auch andere Kfz-Versicherer mit Selbstverständlichkeiten. Kunden, die coronabedingt in diesem Jahr deutlich weniger fahren als geplant, sollen am Ende ihres Versicherungsjahres Geld zurück bekommen, sagte Frank Sommerfeld, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG am Wochenende der dpa. Mit geringeren Beiträgen für weniger zurückgelegte Kilometer im Krisen-Jahr werben noch weitere Anbieter.

Dabei ist die jährliche Fahrleistung in der Kfz-Versicherung seit Jahrzehnten und in nahezu allen Tarifen beitragsrelevant. Schon immer können Kunden unterjährig die Anzahl ihrer Kilometer ändern und erhalten dann eine Neuberechnung oder die Versicherer fragen die Fahrleistung zum Ende des Versicherungsjahres ab und verrechnen einen eventuell zu viel gezahlten Beitrag mit dem des Folgejahres. Auch bei diesem Angebot überstrahlt der Werbeslogan merklich die dahinterstehende Leistung.

Dabei könnten sich die Kfz-Versicherer aktuell von einer ganz anderen Seite zeigen. Im Prinzip wäre das mit weiteren aktuellen Leistungen möglich. Doch diese werden vom lauten Beitragsrückerstattungs-Getrommel übertönt. Schließlich gibt es schon konkrete Services, welche die Versicherer in der aktuellen Phase und über das normale Maß hinaus für ihre Kunden erbringen.

Es gibt genug Positives

Beispielsweise sind mehrere Kfz-Versicherer – darunter die Huk-Coburg – aktuell bei einer gemeldeten geringeren Fahrleistung nicht kleinlich. Sie lassen diese rückwirkend ab Beginn des Versicherungsjahres gelten und erstatten den zu viel gezahlten Beitrag sofort. Das tun auch andere, jedoch erst ab dem Eingang der Meldung.

Zudem fahren die Anbieter noch weitere Sonderleistungen auf. Die Allianz beispielsweise will den Versicherungsschutz für Fahrzeuge bis zum 30. Juni 2020 nicht beeinträchtigen, sofern die TÜV-Hauptuntersuchung corona-bedingt nicht erfolgen konnte. Außerdem bieten die Münchener bis zum 31. Mai 2020 eine kostenfreie Erweiterung des Fahrerkreises auf alle Familienangehörigen und Helfer wie Pflegekräfte oder Nachbarn an. Mit solchen Angeboten ist die Allianz zudem nicht allein.

Sofern Kfz-Versicherer solche kundenorientierten Mehrwerte schaffen, sollten sie auch damit hausieren gehen und sich nicht hinter scheinbaren Geldgeschenken verstecken. Denn nur auf diesem Wege lässt sich ein anhaltend positives Gefühl bei den Kunden erzeugen und den Titel „Corona-Gewinner“ in einem ganz anderen Licht erscheinen. Ein Titel, den sie dann vermutlich nicht mehr abstreiten möchten.

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