Hannoversche: Fragwürdiger Werbebrief sorgt für Kritik

Florian Burghardt Versicherungen Berater Meistgeklickt

„Das Logo der Versicherung, die Firma im Fettdruck über dem Adressfeld und auch der Text machen klar, dass es sich um ein Angebot zum Abschluss einer Berufsunfahigkeitsversicherung handelt“, erklärte Peter Breun-Goerke, Syndikusrechtsanwalt der Wettbewerbszentrale, auf procontra-Nachfrage. Da es sich für alle Empfänger um ein durchaus wichtiges Thema handle, werde das Schreiben auch genauer gelesen und spätestens auf Seite drei werde dann klar, dass es sich um Werbung für den Abschluss eines Versicherungsvertrages handle, so der Jurist. Trotz der Anlehnung an die Gestaltung der Renteninformation könne er zudem keine Irreführung erkennen.

Unabhängig von den rechtlichen Erwägungen würde sich jedoch die Frage stellen, ob sich die Hannoversche mit der Anlehnung an die Gestaltung der deutschen Rentenversicherung Bund einen Gefallen getan hat. „Man versucht hier, mit einem Trick die Aufmerksamkeit der Verbraucher für die Werbung zu bekommen. Die Tatsache, dass ein Verbraucher sich bei uns beschwert hat zeigt mir, dass das nicht wirklich gut ankommt“, kommentiert Breun-Goerke.

Hannoversche ändert Layout

Zu diesem Ergebnis ist mittlerweile auch der Absender gekommen. „Die Hannoversche hat keinesfalls beabsichtigt, Menschen mit dieser Werbung zu täuschen“, erklärte eine Sprecherin der VHV-Gruppe heute auf procontra-Nachfrage. Vielmehr habe man auf die Bedeutung biometrischer Produkte aufmerksam machen wollen. Durch die Herausstellung des Preises habe man zudem auf die „sehr schlanke Kostenstruktur“ des Versicherers aufmerksam machen wollen, so die Sprecherin.

Dennoch seien auch bei der Hannoverschen selbst bereits vereinzelte Beschwerden zu der Werbung eingegangen. Daraufhin sei das Layout des Anschreibens unverzüglich geändert worden. Die Sprecherin macht klar: „Die Werbung wird in dieser Form nicht mehr verschickt.“

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