Hannoversche: Fragwürdiger Werbebrief sorgt für Kritik

Florian Burghardt Versicherungen Berater Meistgeklickt

Renteninformation oder Werbung? Ein Schreiben der Hannoverschen Lebensversicherung sorgt derzeit für Ärger bei Maklern und Verbrauchern. Der Versicherer hat bereits auf die Vorwürfe reagiert.

Die Hannoversche Lebensversicherung hat bereits auf die Kritik an dem Werbebrief reagiert.

Die Hannoversche Lebensversicherung hat bereits auf die Kritik an dem Werbebrief reagiert. Bild: procontra

„Wenn die Deutsche Rentenversicherung Ihnen schreibt, dann wird es wichtig sein. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, dieses Schreiben, das den Anschein erweckt von der Deutschen Rentenversicherung zu sein, ist ganz dreiste Werbung.“ Mit diesen Worten nimmt der auf Arbeitskraftabsicherung spezialisierte Makler Guido Lehberg aktuell in seinem Blog Bezug auf einen Werbebrief der Hannoverschen Lebensversicherung.

Der zur VHV-Gruppe gehörende Versicherer wirbt damit für den Abschluss seiner BU-Tarife sowie weiterer Produkte. Dabei kommt das Layout des Schreibens mit seinem grauen Längsstreifen auf der linken Seite und dem charakteristischen Kasten rechts in der Mitte auf den ersten Blick der regelmäßigen Renteninformation der Deutsche Rentenversicherung Bund auffällig nahe.

„Offizielle Stelle für billige Werbung missbraucht“

Ein Umstand, den Lehberg nicht gutheißen kann. Aus seiner Sicht habe sich die Hannoversche hier aus der untersten Schublade des Marketings bedient und würde so dazu beitragen, den Ruf der ganzen Branche zu ruinieren. „Somit wird auf der einen Seite eine offizielle Stelle für billige Werbung missbraucht“, echauffiert sich der Makler. Noch mehr würde es ihn allerdings ärgern, dass der Inhalt des Briefs die Qualität des wichtigen Vorsorgeinstruments BU auf einen möglichst billigen Preis reduziert.

Auch die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (Wettbewerbszentrale) wurde bereits von Verbraucherseite auf das Machwerk der Hannoverschen aufmerksam gemacht. Die Kontrollinstitution habe das Schreiben geprüft, konnte jedoch keine getarnte Werbung gemäß § 3 UWG oder Irreführung im Sinne des § 5 UWG feststellen.

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