Gericht kassiert Check24-Werbeversprechen

Martin Thaler Versicherungen

Nirgendwo-günstiger - Dieses Versprechen darf das Vergleichsportal nicht mehr abgeben. Auch die Benotung der Tarife muss überarbeitet werden, urteilte das Landgericht Köln. Bei Check24 gibt man sich gelassen.

Die juristische Dauerfehde zwischen Check24 und der HUK-Coburg ist um ein Kapitel reicher.

Die juristische Dauerfehde zwischen Check24 und der HUK-Coburg ist um ein Kapitel reicher. Bild: Check24/ HUK-Coburg. Bildbearbeitung: procontra

In der juristischen Dauer-Fehde zwischen dem Vergleichsportal Check24 und der HUK-Coburg hat der fränkische Versicherer einen weiteren Sieg für sich verbuchen können: Das Kölner Landgericht verbot Check24 dessen zentrales Werbeversprechen, die „Nirgendwo-günstiger-Garantie“.  

Die HUK-Coburg hatte die ausgesprochene Garantie als irreführend bezeichnet, da die eigenen Tarife mehrfach günstiger gewesen seien. Das Unternehmen lässt sich bei Check24 allerdings nicht listen, um dem Vergleichsportal keine Provisionen zahlen zu müssen.  

Dieser Kritik stimmte auch das Gericht zu: Das Vergleichsportal könne „nur in 80 Prozent der Fälle die günstigsten im Markt erhältlichen Tarife anbieten“, merkte das Gericht an, wie „Spiegel online“ berichtet. Diese Irreführung würde auch nicht durch den kurzen Hinweis, der Kunde bekäme für den Fall, dass er nicht den günstigsten Tarif bekomme, eine Entschädigung, behoben.  

Als unzulässig erklärten die Richter auch Tarifnotensystem, mit dem Check24 die verschiedenen Anbieter vergleicht. Dieses System sei für den Verbraucher nicht nachvollziehbar, da maßgeblich für die Notenvergabe „subjektive Bewertungen der Mitarbeiter des Vergleichsportals gewesen“ seien. Diese beruhten nicht auf objektiven Kriterien und seien folglich für den Verbraucher nicht transparent, urteilte das Gericht.  

„Wir begrüßen das Urteil. Das Gericht hat sich sehr klar für Transparenz ausgesprochen und damit im Sinne der Verbraucher und eines fairen Wettbewerbs geurteilt. Die „Nirgendwo-Günstiger-Garantie“ von Check24 wurde ad absurdum geführt“, lobte HUK-Vorstandsmitglied Jörg Rheinländer die Entscheidung.  

Beim Vergleichsportal reagiert man indes gelassen auf das Kölner Urteil. Die streitgegenständlichen TV-Spots und Formulierungen seien längst nicht mehr im Einsatz, erklärte ein Check24-Sprecher auf procontra-Nachfrage. Stattdessen begrüße man die richterliche Erklärung: „Die Rechtslage war hier bislang nicht eindeutig und wir müssen für unsere künftige Arbeit wissen, was geht und was nicht.“  

Im Bezug auf das Tarifnotensystem hätte das Gericht zu erkennen gegeben, dass Tarifnoten im Check24-Vergleich grundsätzlich zulässig seien“, heißt es von Check24 weiter. Lediglich bei der konkreten Ausgestaltung gebe es offenbar Änderungsbedarf. Wie dieser auszusehen habe, könne man allerdings erst nach Eingang der schriftlichen Urteilsbegründung sagen. Auch über die Frage, ob weitere Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt werden, wolle man erst nach Erhalt der Urteilsbegründung entscheiden.  

Das Urteil ist das bislang letzte Kapitel im Rechtsstreit zwischen der HUK-Coburg und Check24. Nachdem der Versicherer im Februar vor dem Landgericht Berlin einen Sieg verbuchen konnte, siegte Check24 wenige Wochen später gegen die HUK-Direktversicherungstochter HUK24. In beiden Fällen war es um die Kündigung von Verträgen bzw. dessen Zurückweisung gegangen.

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