Corona: Welche Makler die Krise besonders zu spüren bekommen

Martin Thaler Corona Top News Berater

Insbesondere bei Lebensversicherungen hatten Branchenexperten eine Stornowelle für möglich gehalten, da viele Menschen aufgrund der wirtschaftlichen unsicheren Lage ihren Versicherungsschutz neu überdenken würden. Zahlreiche Versicherer haben daraufhin reagiert und ihre Regelungen im Bezug auf Beitragsstundungen flexibler gestaltet. Auch für Makler wurden großzügigere Stornoregelungen eingeführt.   Allerdings gibt jeder fünfte Makler (20 Prozent) an, derzeit vor allem mit Storni und Stundungen zu kämpfen. Nicht alle Kunden scheinen demzufolge die Stundungsmöglichkeiten wahrzunehmen oder sind über diese nicht ausreichend informiert.  

Makler leiden unter erschwertem Kundenkontakt

Noch schwerer wiegt für viele Makler allerdings der erschwerte Kundenkontakt: Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Befragten äußerte hier Probleme, da eine Beratung von Angesicht zu Angesicht derzeit nur schwer möglich ist bzw. viele Kunden vor einem Besuch bei ihrem Makler zurückschrecken. Eine Alternative stellt hier die Online-Beratung dar, die keiner besonderen technischen Ausstattung bedarf, wie Verkaufstrainer Jan Helmut Hönle im Gespräch mit procontra erklärte.  

Jedoch nutzen viele Vermittler das sich bietende Potenzial der digitalen Beratung noch nicht aus. Laut einer Umfrage des Versicherers LV1871 gaben 39 Prozent der befragten Makler an, von der Corona-Krise kalt im Bezug auf ihren Geschäftsbetrieb erwischt worden zu sein. Zudem nutzen gerade einmal 11 Prozent Video-Telefonie für ihre Kundenkommunikation. Allerdings bietet die Krise Vermittlern auch die Möglichkeit, ihr Beratungsangebot online-kompatibel zu gestalten. Neben dem Thema Weiterbildung wollen die befragten Makler ihre sich derzeit offenbarenden freien Kapazitäten insbesondere für den Ausbau der Online-Beratung nutzen.  

Knapp 40 Prozent der von MRTK und g/d/p befragten Makler spricht darüber hinaus von Rückgängen beim Neugeschäft bzw. Umsatz. 17 Prozent gaben an, dass es bei Ihnen zu einem Nachfrageeinbruch gekommen sei. Weitere acht Prozent sprechen von Unsicherheit bei ihren Kunden, die sich letztlich auch in einer zunehmenden Zurückhaltung beim Abschluss von Versicherungen niederschlägt.  

Dass die Krise aber auch neue Akquisemöglichkeiten bietet, schilderte Rainer Schamberger im procontra-Interview. „Krisen, Schäden oder Leistungsfälle können immer dazu dienen, die Kundenbeziehung zu stärken und auszubauen“, erklärte der auf Handwerker spezialisierte Vermittler. Gerade Makler könnten von der derzeitigen Situation profitieren: „Gerade Makler haben in solchen Zeiten bei Neukunden große Chancen, da sie flexibel und mit allen Versicherern an der Hand ganz andere Konzepte bei Gründern anbieten können, als ein Ausschließlichkeitsvertreter.“

Hinweis: profino hat für Makler mit freundlicher Unterstützung der Zurich einen Hilfebereich eingerichtet. Hier finden Sie alles, was Makler unmittelbar wissen müssen aus den Bereichen "Ihre Beratung", "Ihr Maklerunternehmen" und "Ihre Gesundheit".

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