Corona: Maue Aussichten fürs Neugeschäft

Anne Hünninghaus Corona Versicherungen Berater

Die Versicherungsbranche rechnet aufgrund der Pandemie mit Einbußen, gerade im Bereich der LV-Neuabschlüsse. Dennoch sieht sie mit Blick auf das Gesamtgeschäft Grund für zaghaften Optimismus.

Der deutschlandweite Stillstand bremst auch die Versicherungsbranche.

Der deutschlandweite Stillstand bremst auch die Versicherungsbranche. Bild: picture alliance/Christophe Gateau/dpa

Die deutschen Versicherer gehen im weiteren Jahresverlauf von einem stark nachlassenden Neugeschäft, insbesondere im Bereich der Lebensversicherungen, aus. Dies geht aus der neuen Ausgabe "Makro und Märkte" hervor, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im April veröffentlicht hat.

Für diese Prognose werden im Kontext der Corona-Pandemie drei Gründe genannt:

1. Verschobene Prioritäten

Zum einen sehen die Versicherer, dass die Menschen sich aktuell mit anderen Themen beschäftigen als vor der Krise: Während der Pandemie steht der Gesundheitsschutz im Fokus, andere Versicherungsbedarfe – wie die eigene Altersvorsorge – büßen in dieser Zeit an Relevanz ein.

2. Eingeschränkte Vertriebswege

Zudem könnte die erschwerte Kundenansprache zu weniger Abschlüssen führen. Zwar gibt es ein Lob für Unternehmen und Makler, sich schnell an die neuen Herausforderungen angepasst zu haben und auch über digitale Kommunikationswege eine hohe Leistungsfähigkeit zu zeigen. Dennoch: Gerade in der Vermittlung von Lebensversicherungen komme es nach wie vor auf persönlichen Kontakt an.

3. Finanzielle Lage der Privathaushalte

Dritter Hemmschuh für das Neugeschäft ist die wirtschaftliche Verschlechterung vieler Privathaushalte in diesem Jahr. Wer nun auf Bonuszahlungen verzichten muss oder von Kurzarbeit betroffen ist, wird vermutlich weniger in neue Versicherungsprodukte investieren können oder wollen.

Die Branche bleibt optimistisch

Trotz dieser getrübten Aussichten für das Neugeschäft zeigt sich die Branche insgesamt optimistisch, der Krise die Stirn bieten zu können. Dank des stabilen Bestandsgeschäfts stehen Versicherungen im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren noch gut da. Ein großer Teil der Abschlüsse im Bereich Schaden- und Unfallversicherung wurde außerdem bereits zum Jahresbeginn verzeichnet – und kam damit der Krise zuvor. Mit einem Bestand von derzeit 442 Millionen Versicherungsverträgen stehe die Beitragsentwicklung zudem auf sicheren Beinen. Zumal die Corona-Krise in bestimmten Segmenten zudem für spürbare Entlastungen auf der Kostenseite führen könnte, wie das Beratungsunternehmen Meyerthole Siems Kohlruss jüngst ermittelte.

Auch die staatlich beschlossenen Maßnahmen zur Unterstützung von Selbstständigen oder vorübergehend zahlungsunfähigen Kunden schüren den Optimismus der Versicherer. Dank der Hilfen kann ein spürbarer Anstieg der Stornoquoten möglicherweise verhindert werden.

Sogar zum Thema Lebensversicherungen gibt es eine zaghaft positive Prognose: Die volatile Entwicklung an den Finanzmärkten – bei gleichzeitigem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Privatanleger – könnte dazu führen, dass Lebensversicherungen von den Kunden verstärkt im Vergleich zu anderen Anlageformen als "sicherer Hafen" wahrgenommen werden. Vor allem Produkte mit Garantieelementen gelten als mögliche Profiteure dieser Entwicklung.

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