Corona-Krise steigert den Bedarf nach Vorsorgeprodukten

Anne Hünninghaus Corona Digital Berater Versicherungen

Die vergangenen Wochen haben bei Versicherten teils neue Bedürfnisse geweckt, auf die Makler und Unternehmen nun eingehen sollten. procontra präsentiert exklusive Umfrageergebnisse.

Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf die Versicherungsbedarfe der Deutschen?

Welchen Einfluss hat die Corona-Krise auf die Versicherungsbedarfe der Deutschen? Bild: Adobe Stock/Way

Seit Anfang März herrscht in Deutschland Ausnahmezustand, der Alltag der meisten Menschen hat sich im Verlauf der Corona-Krise stark verändert. Dieser Umstand und die Konfrontation mit dem Unvorhergesehenen haben die Bedürfnisse der Deutschen in vielen Bereichen den Lebens verändert. Auch zum eigenen Versicherungsschutz gibt es zurzeit bei vielen ein Umdenken.

Das Berliner Meinungsforschungsinstitut Civey hat in der vergangenen Woche eine Online-Erhebung zu diesem Thema für die Zeit der Krise als "Live-Langebericht Versicherungen" gestartet, eine Vorschau dazu finden Sie hier. Im Folgenden, exklusiv bei procontra, vier erste Erkenntnisse der repräsentativ beantworteten Fragen, die über Online-Formulare auf verschiedenen Nachrichten-Webseiten von Versicherungsnehmern beantwortet wurden.

1. Jeder zehnte Selbstständige hält seinen Schutz für unzureichend

Insgesamt geben sich die Befragten zufrieden mit ihrem derzeitigen Versicherungsschutz. Danach gefragt, ob sie diesen angesichts der Ereignisse rund um die Pandemie für ausreichend halten, antwortete der Großteil der Befragten mit „Ja“. Das gilt zwar auch für die Selbstständigen unter den Umfrageteilnehmern, die in der Regel von der Krise besonders betroffen sind. Von ihnen gab allerdings jeder Zehnte an, seinen Schutz für nicht oder eher nicht ausreichend zu halten.

2. Die Krise steigert den Bedarf nach Vorsorgeprodukten

13 Prozent der Befragten sehen aktuell Bedarf, in der Krise stärker in Vorsorgeprodukte wie Renten- oder Lebensversicherungen zu investieren. Vor allem bei den Jüngeren scheint die momentane Phase der allgemeinen Unsicherheit dazu zu führen, sich stärker mit ihrer künftigen Versorgung auseinanderzusetzen. Bei den 18- bis 29-Jährigen sehen sich rund 35 Prozent dazu bereit, in entsprechende Produkte zu investieren und unter den 30- bis 39-Jährigen plant laut der Umfrage immerhin jeder Fünfte aktuell weitere Maßnahmen zur Vorsorge ein. Makler sollten auf diesen Bereich zurzeit also besonderes Augenmerk richten.

3. Junge Versicherte stellen höhere Ansprüche an Anbieter

Die jüngere Zielgruppe hat insgesamt höhere Erwartungen, wenn es darum geht, wie Versicherungen während der Krisenzeit mit ihnen kommunizieren sollen. Das betrifft vor allem die Erreichbarkeit per Telefon oder Videokonferenz: Während ein Drittel der 18- bis 29-Jährigen sich diese wünscht, sind es bei der Generation 65 Plus nur 16,6 Prozent. Zudem äußern vor allem die jungen Versicherten das Bedürfnis, nun über Auswirkungen der Pandemie auf bestehende Verträge informiert zu werden. Aber nicht nur kommunikativ erheben sie den Anspruch auf eine besondere Behandlung während der derzeitigen Lage: Dass vorübergehend eine höhere Flexibilität in Bezug auf Zahlungen besteht, erwartet ebenfalls ein Drittel der unter 30-Jährigen – bei den Versicherten über 65 ist es nur jeder Zehnte.

Digitale und transparente Beratung sollte allerdings nicht nur für die Corona-Zeit in den Fokus rücken. Um jüngere Generationen zu erreichen, sollten Makler wie Unternehmen diese Art der Kommunikation dauerhaft anbieten.

4. Altersgruppe 30 bis 39: Jeder zehnte Privatversicherte in Zahlungsnot

Die Krise führt insgesamt nur bei einem geringen Teil der Privatversicherten zu Zahlungsschwierigkeiten ihrer laufenden Verträge. Fast 90 Prozent der insgesamt Befragten gaben an, keine oder eher keine Probleme zu haben, in der aktuellen Lage für ihre PKV aufzukommen. Nur knapp 7 Prozent sehen sich hierbei in Bedrängnis. Das betrifft vor allem Versicherte in der Altersgruppe von 30 bis 39 Jahren: Von ihnen gibt jeder Zehnte an, bedingt durch die Folgen der Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten zu sein.

Hier ist also ein Entgegenkommen gefordert, das von den meisten Versicherten aktuell ja auch angeboten wird. Der Makler kann sich hier als Unterstützer beweisen, indem er seine Kunden kontinuierlich zu Möglichkeiten berät, durch die Krise zu kommen und dass, ohne Verträge aufkündigen zu müssen.

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