Corona: Immobilien oder Aktien? Welche Investments sich jetzt lohnen

Anne Hünninghaus Corona Investmentfonds Top News

Wie lässt sich das eigene Kapital in diesen unsicheren Zeiten möglichst krisenfest und gewinnbringend anlegen? procontra hat bei Experten nachgefragt.

Sollte man nun besser in Immobilien oder Aktien investieren?

Sollte man nun besser in Immobilien oder Aktien investieren? Bild: Adobe Stock/maciek905

Die Corona-Krise hat die Aktienmärkte in den vergangenen Wochen hart getroffen. Viele Anleger stellen sich aufgrund bisheriger Verluste die Frage, ob sie in Immobilien vermeintlich krisenfester investiert hätten. Auch in diesem Bereich bröckelt allerdings zunehmend das Vertrauen. Denn trotz der nach wie vor sehr niedrigen Bauzinsen haben die Unwägbarkeiten der aktuellen Situation die Nachfrage gebremst. Welche Anlagemöglichkeit ist in diesen Zeiten vielversprechender? procontra hat Experten aus beiden Bereichen nach ihren Einschätzungen gefragt.

Viele Privatanleger verfügen schon jetzt oder in absehbarer Zukunft über weniger Eigenkapital – sei es durch Kurzarbeit oder Jobverlust. Das beobachtet auch André Heid, Gründer der Heid Immobilien GmbH. „Der Immobilienboom der vergangenen Jahre war sehr stark nachfragegetrieben – das lässt aktuell nach“. Wie lange das so sein wird, ist dabei unklar. Das liegt an den behäbigen und verzögerten Reaktionen des Markts, der auf langfristige Projekte ausgelegt ist. „Der Immobilienmarkt ist wie ein Öltanker, es gibt immer drei bis zwölf Monate Verzögerung zu solchen Ereignissen“, sagt Heid. Wie nachhaltig der Schock wirkt, hängt davon ab, wie viele Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren und in welchem Ausmaß Banken und Investoren betroffen sein werden.

So viel zu den kurzfristigen Effekten. Mittelfristig kommt ein anderer Fakt hinzu: Weltweit werden nun große Summen Geld zum selben Zeitpunkt gedruckt, was aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer Inflation führen wird. „Alle Vermögenswerte profitieren davon, dass die Staaten Geld zur Verfügung stellen“, sagt Heid. Auch fließe aus dem Ausland gerade viel Kapital zurück ins – vergleichsweise solide krisengemanagte – Deutschland. Laut Heid wird in 12 bis 24 Monaten die Immobiliennachfrage daher voraussichtlich wieder steigen.

Immobilieninvestments im Blindflug?

Allzu massiv werde der Preiseinbruch im deutschen Immobilienmarkt aber auch in den nächsten Monaten nicht sein, prognostiziert Heid. „Solange es keine großen Mietausfälle gibt, werden die Besitzer ihre Immobilien nicht veräußern.“ Vor allem im gewerblichen Bereich wird es jedoch teils heftige Einbußen geben. Wer Ladengeschäfte vermietet und über nicht ausreichende Liquidität verfügt, wird womöglich verkaufen müssen, sollte sich der Shutdown über einen längeren Zeitraum fortsetzen. „Wird es sich nur um einen Zeitraum bis zu sechs Monaten handeln, lässt sich mit den Banken darüber reden, Tilgungen auszusetzen. Verkaufen wird nur, wer in finanzieller Not ist.“ Das könnte zum Beispiel ein Selbstständiger sein, dessen Einkommen über Monate ausfällt. Auch Familienunternehmen, die oft am Wohnimmobilienmarkt investieren, könnten in Bedrängnis geraten.

Die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen sind schwer zu kalkulieren, verlässliche Modelle gibt es dafür nicht. Die Schätzungen, wie groß der Wirtschaftseinbruch in Deutschland sein könnte, liegen bei zwischen fünf und 20 Prozent – eine weite Range. Fünf Prozent hält zumindest Heid für deutlich zu optimistisch. Und tatsächlich lassen manche Zahlen, zum Beispiel zur Kurzarbeit, Schlimmeres vermuten: Zum 13. April haben landesweit bereits 725.000 Betriebe eine Zwangspause für ihre Beschäftigten angekündigt.

Was also tun, wenn man im aktuellen Ökonomie-Blindflug über Bargeld verfügt? „Ich würde ich es jetzt behalten und auf einen guten Einstiegszeitpunkt warten“, rät Heid mit Blick auf den Immobilienmarkt. Es sei denn, es handele sich beispielsweise um ein Einfamilienhaus in guter Lage, das insbesondere jetzt eine stabilere Anlage als Gewerbeimmobilien darstellt. Davon, nun schnell noch Immobilien zu verkaufen, rät Heid strikt ab. In Krisensituationen gelte es, Ruhe zu bewahren: „Warten Sie auf eine bessere Informationslage und vermeiden Sie unbedingt hektischen Aktionen!“

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