Corona: FDP beantragt Verschiebung von Provisionsdeckel und Bafin-Aufsicht

Martin Thaler Berater Corona

Das Corona-Virus könnte auch wirtschaftlich spürbare Folgen für Makler haben. Um diese zu entlasten, will die FDP nun bestimmte Regierungspläne vertagen lassen.

Die FDP-Bundestagsfraktion sieht durch Regierungsvorhaben wie den Provisionsdeckel Vermittler unnötig zusätzlich unter Druck gesetzt.

Die FDP-Bundestagsfraktion sieht durch Regierungsvorhaben wie den Provisionsdeckel Vermittler unnötig zusätzlich unter Druck gesetzt. Bild: picture alliance

Das Corona-Virus hat spürbare Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Laut der neuesten Erhebung des Münchener ifo-Instituts fahren 50 Prozent der deutschen Unternehmen Kurzarbeit, 18 Prozent wollen zudem Jobs abbauen. Auch Umsatzrückgänge sind beim Gros der Firmen zu beobachten: 84 Prozent der befragten Unternehmen gaben gegenüber dem Münchener Institut sinkende Umsätze durch die derzeitige Krise an, lediglich bei vier Prozent der Unternehmen entwickelte sich der Umsatz zuletzt positiv. Immerhin: 45 Prozent der Unternehmen glauben, dass die Rückgänge in Zukunft zumindest zum Teil nachgeholt werden können.  

Auch Makler befürchten die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise: In einer Kurzumfrage der Zeitschrift „Asscompact“ erklärten 56 Prozent der befragten Makler, angesichts der Pandemie besorgt bzw. sehr besorgt zu sein. Über die Hälfte der befragten Vermittler (53 Prozent) gab an, dass das Neugeschäftsvolumen erheblich weniger geworden sei.  

Die wirtschaftlich unsicheren Zeiten nimmt die FDP nun zum Anlass, die Verschiebung von der Bundesregierung geplanter Vorhaben im Finanzbereich zu fordern. Ein entsprechender Antrag namens „Corona-Moratorium zur Finanzmarktbürokratie“ liegt dem Bundestag vor. Genannt werden in diesem unter anderem die unter Maklern besonders kritisch beäugten Vorhaben eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung und der Aufsichtswechsel für 34f-Vermittler hin zur Finanzaufsicht Bafin.  

Branche vor großen Herausforderungen

Diese Vorhaben würden, laut FDP, die Branche derzeit vor Herausforderungen stellen, die in der Corona-Zeit nicht zu bewältigen seien. „Eine Umsetzung der geplanten Maßnahmen würde daher Arbeitsplätze zusätzlich gefährden und die wirtschaftliche Rezession in Deutschland unnötig verlängern“, mahnt die Bundestagsfraktion der Liberalen.  

So würde der geplante Provisionsdeckel für Lebensversicherungen dazu führen, dass für Makler und Mehrfachvertretern die Berufstätigkeit deutlich unattraktiver würde. Die Folge: Zahlreiche Vermittler würden ihre Erlaubnis zurückgeben, ist die FDP überzeugt. „Zusätzliche Arbeitsplätze wären verloren und es würde den Bürgern erschwert, während und nach der Krise eine qualifizierte Finanz- und Versicherungsberatung zu erhalten.“  

Seite 1: FDP befürchtet Krise der Finanz- und Versicherungsberatung
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