Corona: Ein Drittel der Deutschen sorgt sich um Altersvorsorge

Anne Hünninghaus Corona Altersvorsorge Versicherungen

In den aktuell unsicheren Zeiten beunruhigen sinkende Kurse und niedrige Renditen laut einer vzbv-Umfrage die Privatanleger.

Ein Drittel der Deutschen macht sich im Zuge der Corona-Krise Sorgen um die eigene Altersvorsorge.

Ein Drittel der Deutschen macht sich im Zuge der Corona-Krise Sorgen um die eigene Altersvorsorge. Bild: picture alliance/Zoonar

Die größte Sorge der Deutschen in der Corona-Krise betrifft – wenig verwunderlich – die eigene Gesundheit und Versorgung: 43 Prozent von insgesamt 1006 Teilnehmern einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands ängstigen sich, bei Krankheiten wegen überlasteter Krankenhäuser und Praxen nicht angemessen behandelt werden zu können. 38 Prozent machen sich derweil Gedanken über rare Hygieneprodukte wie Desinfektionsmittel oder Gesichtsmasken und dass sie dafür künftig womöglich Wucherpreise zahlen müssen.

Die Frage „Sorgen sich in der aktuellen Corona-Krise darüber, dass ihre Private Altersversorge wegen sinkender Kurse oder niedriger Rendite an Wert verliert?“ bejahte ein Drittel (33 Prozent) der Befragten. Auffällig dabei ist, dass diese Angst mehr Frauen (19 Prozent) als Männer (13) umtreibt, und im Osten des Landes verbreiteter ist als im Westen. Insbesondere ältere Bürger mit niedrigeren Bildungsabschlüssen sind über einen möglichen Wertverlust in Alarmbereitschaft versetzt.

Ist die Befürchtung irrational?

Derzeit fallende Aktienkurse betreffen die Mehrzahl der Altersvorsorgeprodukten allerdings nur wenig: In Lebensversicherungen, der betrieblichen Altersvorsorge oder Riester macht der schwankungsanfällige Aktienanteil meist ohnehin einen sehr geringen Anteil aus.

Die Mittelstandsberatung A.S.I. rät dazu, Ruhe zu bewahren. Die langfristig angelegte Altersvorsorge solle akute Marktschwankungen ausblenden. Im Notfall bieten mehr und mehr Versicherungen ihren Kunden derzeit Beitragspausen an. Zudem sei bei fondsgebudenen Versicherungen mit laufender Betragszahlung der Cost-Average-Effekt zu berücksichtigen: Bei hohen Kursen werden wenige Anteile erworben, bei niedrigen Kursen viele. "Wer Einzahlungen in einer Niedrigkursphase wie jetzt unterbricht, konterkariert diesen Effekt", so der Hinweis der Beratung.

Auch wenn krisenfeste Anlagen zurzeit schwierig zu identifizieren sind, lässt sich an dieser Stelle zumindest ein Stück weit beruhigen, wie Assekurata-Gründer Dr. Reiner Will im Interview mit procontra bekräftigte: „Es ist doch so: Mit einem Lebensversicherungsvertrag geht es mir zurzeit deutlich besser als mit einem Aktiendepot, das womöglich um 30 Prozent abgestürzt ist. Als Kunde habe ich bislang nicht einen Euro verloren – mit Ausnahme der Überschussbeteiligung, die dürfte leiden. Sie ist aber ohnehin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.“ Sein Tipp, wenn es um die Wahl einer geeigneten Lebensversicherung mit stabiler Kapitalanlage geht: „Achten Sie auf Bonitätsratings als Indikator für Stabilität. Die Unternehmen, die von einer unter Aufsicht stehenden Ratingagentur überwacht werden, müssen nämlich auch unterjährig aktuelle Informationen zum Geschäftsverlauf liefern. Auch die Bilanzpressekonferenzen der Aktiengesellschaften sollte man beachten.“

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