Corona: BdV fordert Hilfe für Selbstständige in der PKV

Martin Thaler Corona Versicherungen

Die Corona-Krise stellt insbesondere Selbstständige vor große finanzielle Probleme. Um diese zu entlasten, fordert nun der Bund der Versicherten Hilfe in der privaten Krankenversicherung - und zwar durch Öffnung der Standardtarife.

BdV-Sprecher Axel Kleinlein fordert die Öffnung der Standardtarife für alle PKV-Versicherten.

BdV-Sprecher Axel Kleinlein fordert die Öffnung der Standardtarife für alle PKV-Versicherten. Bild: BdV

.Die Corona-Krise lässt viele Deutsche nicht nur um ihre Gesundheit fürchten, sondern auch um ihr Einkommen. Laut einer Statista-Umfrage von Anfang April haben bereits 28 Prozent aller Deutschen durch die derzeitige Krise Einkommenseinbußen hinnehmen müssen.  

Um betroffenen Menschen, insbesondere Kleinunternehmern und Selbstständigen, unter die Arme zu greifen, fordert der Bund der Versicherten (BdV) nun diese Gruppe finanziell bei der privaten Krankenversicherung zu entlasten. Konkret fordern die Verbraucherschützer, dass der 2009 geschlossene Standardtarif wieder für alle Versicherten geöffnet wird. Eine Forderung, die auch von Seiten des PKV-Verbands bereits seit längerem zu hören ist.  

Der Standardtarif bietet den Versicherten eine Absicherung auf GKV-Niveau, die Beiträge sind auf den GKV-Höchstsatz beschränkt, fallen somit meist deutlich geringer aus als in normalen Krankenversicherungstarifen. Allerdings steht der Standardtarif nur Versicherten offen, die bereits 2009 über privaten Krankenversicherungsschutz verfügten. Allen anderen Versicherten können hingegen in die sogenannten Basistarife wechseln.  Der Basistarif ist in der Regel jedoch deutlich teurer als der Standardtarif, da bei zweitem die Altersrückstellungen beitragsmindernd wirken.  

Pläne der Bundesregierung

Auch die Bundesregierung plant offenbar, Privatversicherte zu entlasten. Geplant ist laut einem Bericht der „Süddeutsche Zeitung“ allerdings nicht die Öffnung der Standardtarife, sondern ein Rückkehrrecht aus den Basistarifen. Sollten Versicherte aufgrund finanzieller Engpässe in den Basis-Tarif wechseln müssen, sollen sie das Recht bekommen, zu einem späteren Zeitpunkt ohne Nachteile in normalen Tarif zurückkehren zu können. „Dabei ist der Versicherungsnehmer so zu stellen, wie er vor der Versicherung im Basistarif stand, zuzüglich der aus dem Vertrag erworbenen Rechte und Alterungsrückstellungen während der Versicherung im Basistarif“ zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ aus der geplanten Regelung. Bislang sei eine Rückkehr unmöglich bzw. mit einem Risikozuschlag verbunden.  

Hiervon profitieren jedoch ausschließlich solche Versicherte, die wegen Hilfsbedürftigkeit nach dem SGB (also Bezieher von Grundsicherung bei Erwerbslosigkeit, im Alter oder bei Erwerbsminderung) in den Basistarif wechseln. Wer folglich nicht auf Hartz IV zurückfällt, sondern lediglich Einnahmeeinbußen hinnehmen muss, profitiert von dieser Regelung nicht. „Der Krankenversicherungsschutz ist der wichtigste Versicherungsschutz – besonders in der Corona-Zeit“, sagt BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein. „Es ist höchste Zeit, dass die Große Koalition ihre jahrelange Blockadehaltung aufgibt und das Problem um den PKV- Standardtarif löst.“

Hinweis: profino hat für Makler mit freundlicher Unterstützung der Zurich einen Hilfebereich eingerichtet. Hier finden Sie alles, was Makler unmittelbar wissen müssen aus den Bereichen "Ihre Beratung", "Ihr Maklerunternehmen" und "Ihre Gesundheit".