BSV: Anwälte und Versicherer beziehen Position

Anne Hünninghaus Corona Versicherungen Top News

Axa und R+V hatten sich bislang geweigert, für Betriebsschließungen aufgrund der Corona-Krise zu zahlen. Nun haben sie sich doch auf den jüngst in Bayern beschlossenen Kompromiss eingelassen. Harsche Kritik an diesem tönt indes aus einigen Anwaltskanzleien.

Wer kommt für die Schäden der durch die Corona-Krise betroffenen Gastronomiebetriebe auf?

Wer kommt für die Schäden der durch die Corona-Krise betroffenen Gastronomiebetriebe auf? Bild: picture alliance/dpa

Wenige Tage nach dem von Politik, Gastgewerbe und drei Versicherern am 3. April beschlossenen Kompromiss zu Betriebsschließungsversicherungen, haben sich nun auch Axa und R+V zu einem Entgegenkommen durchgerungen. Mit Hinweis auf die eigene Kulanz in dieser Sache schließen sich beide Unternehmen damit einer bundesweit geltenden Lösung an, die ursprünglich für das Gastgewerbe in Bayern getroffen wurde.

Hoteliers und Gastronomen sind zurzeit besonders hart von den Folgen der Corona-Krise betroffen. Da die Policen zur Betriebsschließung nach Auffassung vieler Versicherer Pandemien nicht integrieren, war es zu einer scharfen Debatte um Kulanz und Fairness gekommen, die zahlreiche Medien aufgriffen und eine schlechtes Bild der Versicherungswirtschaft zeichneten. Am Freitag vergangener Woche kam es unter Mitwirkung des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger zu einem Kompromiss: Die Empfehlung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums nach Gesprächen mit Gastro-Verbänden und Versicherern sieht vor, dass die Versicherer zwischen 10 und 15 Prozent der bei den Betriebsschließungen jeweils vereinbarten Tagessätze übernehmen und an die Gaststätten und Hotels auszahlen.

R+V: „Ein hoher zweistelliger Millionenbetrag“

Nun dürfen auch Firmenkunden, die über eine entsprechende Police bei R+V oder Axa verfügen, damit rechnen, bis zu 15 Prozent der vereinbarten Entschädigung zu bekommen. Diese Regelung gilt maximal für 30 Tage, bundesweit und branchenunabhängig für alle Unternehmen, die durch Corona in Not geraten sind. Man rechne damit, einen hohen zweistelligen Millionenbetrag auszuzahlen, sagte R+V-Chef Norbert Rollinger.

Die HDI Versicherung gehörte hingegen zu den Versicherern, die das Corona-Virus in den Leitungsumfang ihrer Betriebsschließungsversicherungen eingeschlossen hatten. Dennoch traten auch die Hannoveraner nun der "Bayerischen Lösung" bei, um auch Hotelbetrieben, die nicht aufgrund behördlicher Anordnung schließen mussten, die Möglichkeit einer Entschädigung zu signalisieren.

Am vergangenen Wochenende hatten bereits die Zurich und die Nürnberger die Vereinbarung unterzeichnet, kurz darauf die Gothaer. Die Signal Iduna leisteten seit jeher für die bei ihnen abgeschlossenen Betriebsschließungsversicherungen. Die Generali hat einen eigenen Nothilfefonds für betroffene Gastronomen und andere Unternehmer aufgelegt.

Seite 1: R+V und Axa schließen sich Regelung an
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