Betriebsschließung: Bayern erzielt Kompromiss

Martin Thaler Corona Berater Top News

Im Streit um die Frage, ob Betriebsschließungsversicherungen auch im Fall von Corona leisten müssen, gibt es in Bayern einen Kompromiss. Bislang bekennen sich fünf Versicherer zu diesem.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) begrüßt den Kompromiss.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) begrüßt den Kompromiss. Bild: picture alliance/Armin Weigel/dpa

Viele Gastwirte sind momentan besonders hart von der Corona-Krise getroffen – ihre Restaurants, Imbisse oder Hotels bleiben geschlossen, Gäste und Einnahmen bleiben aus. Viele Gastwirte hatten daraufhin auf Leistungen ihrer Betriebsschließungsversicherung gehofft – doch viele Versicherer verweigerten sich einer Zahlung.  

Nun gibt es für Gastwirte – zumindest in Bayern – eine Lösung, die vom Bayerischen Wirtschaftsministerium in Gesprächen mit den Verbänden des Hotel- und Gaststättengewerbes sowie verschiedenen Versicherungsunternehmen erarbeitet wurde.  

Die gemeinsame Empfehlung sieht vor, dass die Versicherer zwischen 10 und 15 Prozent der bei den Betriebsschließungen jeweils vereinbarten Tagessätze übernehmen und an die Gaststätten und Hotels auszahlen. Bislang haben die folgenden Versicherer diese Vereinbarung unterzeichnet:

  • Versicherungskammer Bayern
  • Allianz
  • Die Haftpflichtkasse  

Weitere Unternehmen haben ihre Unterstützung darüber hinaus signalisiert: Über das Wochenende meldeten auch die Zurich sowie die Nürnberger, die getroffene Vereinbarung unterzeichnet zu haben. Andere Versicherer, wie die HDI oder die Signal Iduna, leisteten seit jeher für die bei ihnen abgeschlossenen Betriebsschließungsversicherungen. Die Generali hat hingegen einen eigenen Nothilfefonds für betroffene Gastronomen und andere Unternehmer aufgelegt.

„Das heutige Ergebnis ist aus Sicht aller Beteiligten eine tragfähige und vernünftige Lösung für beide Branchen“, kommentierte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger den erzielten Kompromiss. Wir befinden uns in einer noch nie dagewesenen Situation. Deshalb bin ich sehr froh, dass Versicherungsunternehmen, die vbw (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft) und der Hotel- und Gaststättenverband sich auf dieses Vorgehen geeinigt haben. Angesichts der angespannten betriebswirtschaftlichen Lage vieler Betriebe wäre es äußerst wünschenswert, wenn sich nun weitere Versicherungsunternehmen dieser Empfehlung anschließen würden."

Das in Bayern erzielte Ergebnis soll dabei nicht nur auf das Bundesland beschränkt bleiben. Versicherer wie die Allianz und die Nürnberger gaben an, dass Kunden mit Betriebsschließungsversicherungen bundesweit die vereinbarten Zahlungen erhalten sollen. Insgesamt wollen die Versicherer auf diese Weise einen dreistelligen Millionebetrag zur Verfügung stellen, wie einer Bekanntmachung der Zurich zu entnehmen ist.

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