Basisrente: Kritikpunkte relativieren sich

Detlef Pohl Top News Versicherungen

Die Basisrente bleibt ein ewiger Hoffnungsträger. Ursprünglich als geförderte Altersvorsorge für Unternehmer gedacht, bringt sie aber gerade auch der Generation 50+ Vorteile. Warum der Zwang zur Verrentung auch ein Vorteil sein kann.

Die Basisrente lohnt für die Generation 50+, aber auch für manche Hausfrauen, weiß IVFP-Beirat und Steuerberater Professor Thomas Dommermuth.

Die Basisrente lohnt für die Generation 50+, aber auch für manche Hausfrauen, weiß IVFP-Beirat und Steuerberater Professor Thomas Dommermuth. Bild: IVFP

Das meiste Altersvorsorgegeschäft im vierten Quartal 2019 ging an Fondspolicen, sagen 61 Prozent der Makler. Es folgen bAV (57 Prozent), Riester-Vorsorge (54 Prozent) und erst dann die Basisrente (47 Prozent), die immerhin acht Prozentpunkte gegenüber dem Jahr zuvor zulegen konnte. Das ist das Ergebnis der Umfrage „Trends I/2020“ der BBG Betriebsberatung, an der sich 407 Makler und Mehrfachvermittler beteiligten.

Unter den Basisrenten-Anbietern sind derzeit Allianz (19,7 Prozent Marktanteil), Alte Leipziger (13,9 Prozent) und Canada Life (13,4 Prozent) die klaren Favoriten der Makler. Zusammen fahren diese Gesellschaften 47 Prozent des gesamten Basisrentengeschäfts ein. Bei elf von 22 gelisteten Versicherern sowie bei der Fondsgesellschaft DWS liegt das Basisrentengeschäft mit weniger als jeweils 1,7 Marktanteil praktisch am Boden.

Selbstständige, Besserverdiener und 50+ im Vorteil

Das mag daran liegen, dass die Basisrente ursprünglich als nahezu einzige geförderte Altersvorsorgeform für Selbstständige konzipiert worden war. „Sie ist aber inzwischen auch ein ideales Instrument für die Altersvorsorge von gutverdienenden Arbeitnehmern, Frauen und der Generation 50+“, sagt Steuerberater Thomas Dommermuth, Beiratsvorsitzender des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Die Basisrente als interner Familienausgleich für die Ehefrau sei bei Besserverdiener-Männern eine gute Idee“, findet Dommermuth, zumal Frauen statistisch länger leben (procontra berichtete).

Die Vorteile der insbesondere fondsgebundenen Basisrente gegenüber sonstiger staatlich geförderter Altersvorsorge rechnet der Steuerberater vor: Investiert man in diesem Jahr 10.000 Euro in eine Basisrente, so sind davon 9.000 Euro steuerlich absetzbar. Beim aktuellen Spitzensteuersatz von 46,12 Prozent (samt Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) erhält man 4.151 Euro als Steuerersparnis zurück. Dieser Betrag erhöht sich jährlich bis auf etwa 4.600 Euro 2025.

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