Antrag auf BaFin-Lizenz: Getsafe geht nächsten Schritt

Anne Hünninghaus Unternehmen Corona Digital

Das Insurtech will sich vom Assekuradeur zum Versicherer weiterentwickeln, um flexibler zu werden. Auswirkungen der Corona-Krise verspüren die Heidelberger noch nicht - im Gegenteil.

Die Getsafe-Gründer Marius Blaesing und Christian Wiens wollen ihr Geschäft weiter vorantreiben.

Die Getsafe-Gründer Marius Blaesing und Christian Wiens wollen ihr Geschäft weiter vorantreiben. Bild: Getsafe

Inmitten der Krise tüftelt der digitale Versicherungsanbieter Getsafe daran, sein Angebot weiter auszubauen. Bereits im Februar hat das Heidelberger Insurtech die Zulassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Schaden- und Unfallversicherung beantragt, wie es jetzt bekanntgab. „Für uns war es in der Anfangsphase wichtig, schnell in den Markt einzutreten, und Erfahrungen zu sammeln, anstatt im Lizenzierungsprozess wertvolle Zeit zu verlieren. Nun haben wir Markttauglichkeit bewiesen und gehen mit dem BaFin-Antrag den nächsten Schritt“ erklärt Gründer und CEO Christian Wiens in einer Pressemitteilung.

Getsafe war 2014 als digitaler Makler entstanden, auf dessen Plattform Nutzer ihre Versicherungsverträge verwalten konnten. 2017 startete das Unternehmen dann gemeinsam mit der Munich Re ein eigenes Versicherungsangebot. Bisher kann Getsafe dafür auf die Lizenzen des starken Partners zurückgreifen, die Produkte und Prozesse darum herum aber selbst betreuen. Der Dax-Konzern trägt das Risiko für die Absicherung der Policen.

Mehr Risiken, große Ambitionen

Diese Risiken will Getsafe künftig für Versicherungen im Bereich Schaden- und Unfallversicherung weitgehend eigenständig verantworten. Möglichst schnell wolle man 80 bis 90 Prozent aller Kundenbedarfe decken, so Wiens‘ ambitionierter Plan: „Die eigene Lizenz ist ein Teil der Gesamtstrategie, um innovative Ansätze im Underwriting und der Schadensregulierung sowie weitere Produkte für Kunden noch schneller umsetzen zu können.”

Für den Aufsichtsrat des neu gegründeten Versicherers konnte man bisher den ehemaligen Zurich-Vorstand Gerhard Frieg und Ex-Talanx-Vorstand Ulrich Rosenbaum gewinnen, derzeit werden laut eigener Angabe finale Gespräche mit möglichen Rückversicherern geführt.

März 2020 bisher stärkster Monat

Statt ihn auszubremsen, hat die Corona-Krise dem Digitalanbieter offenbar einen Vorteil verschafft, insbesondere mit Blick auf die Hauptzielgruppe: Jeder zehnte Versicherungserstkäufer ist nach Angaben von Getsafe inzwischen Kunde des Start-ups. Mit mehr als 10.000 verkauften Policen sei der März 2020 zudem der stärkste Monat in der bisherigen Firmengeschichte.

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