Allianz lässt sich die Dividende nicht verbieten

Florian Burghardt Corona Versicherungen

Die Eiopa fordert ein Ausschüttungsverbot, damit die Versicherer während der Corona-Krise finanziell stabil bleiben. Die Allianz will sich, einem Medienbericht zufolge, nicht einschränken lassen und nennt dafür auch Gründe.

Too big to fail? Die Allianz sieht sich finanziell zu stark aufgestellt, um in der Coronakrise auf die Ausschüttung von Dividenden zu verzichten.

Too big to fail? Die Allianz sieht sich finanziell zu stark aufgestellt, um in der Coronakrise auf die Ausschüttung von Dividenden zu verzichten. Bild: Allianz

Der internationale Allianz-Konzern will auch in diesem Jahr eine Dividende an seine Aktionäre ausschütten. Diese Haltung hat der CFO der Allianz SE, Giulio Terzariol, nun im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung verteidigt.

Eigentlich ist die jährliche Dividendenzahlung eine Selbstverständlichkeit für die als Aktiengesellschaften agierenden Versicherungsunternehmen. Doch die Europäische Versicherungsaufsichtsbehörde Eiopa hat erst vor wenigen Tagen die Forderung ausgesprochen, dass die Versicherer der Mitgliedsstaaten zunächst auf die Ausschüttung von Dividenden sowie auf Aktienrückkäufe verzichten sollen. Die Eiopa erhofft sich davon, dass die Versicherer während den Herausforderungen der Corona-Krise finanziell stabil bleiben.

Die endgültige Entscheidung über ein Ausschüttungsverbot liegt aber bei den nationalen Aufsichtsbehörden, hierzulande also bei der BaFin. Diese will die Risikotragfähigkeit aller Versicherer prüfen, die in den nächsten Monaten Dividenden zahlen wollen. Die BaFin erwarte zudem überzeugende Begründungen von den Versicherern für ihre Vorhaben.

Ohne Dividende könnte Sparern Geld fehlen

„Die Solvenzquote und die Liquiditätssituation der Allianz sind sehr gut", sagte Terzariol der SZ. Selbst wenn die Rating-Agenturen alle Anleihen um eine Stufe herabsetzen und die Naturkatastrophen doppelt so hoch wie gewöhnlich ausfallen würden, läge die Solvenzquote der Allianz noch bei über 100 Prozent, erläutert der Finanzchef.

Was in der aktuellen Diskussion um ein Ausschüttungsverbot auch vergessen würde: Unter den Aktionären würden sich auch Menschen befinden, die ohne die Dividende womöglich in Liquiditätsengpässe kommen könnten. Ihnen will der Konzern nach der Hauptversammlung am 6. Mai eine Dividende in Höhe von 9,60 Euro pro Aktie ausschütten. Zudem plant die Allianz einen Rückkauf eigener Aktien mit einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro, um den Aktienkurs zu stützen. Dieser soll in zwei Tranchen bis zum Jahresende erfolgen.

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