Wie Makler planvoll die Corona-Krise meistern

Detlef Pohl Berater Recht & Haftung Corona

Apropos Heimarbeit: Eltern mit Kindern, die wegen geschlossener Schulen und anderer Einrichtungen nicht betreut werden können, werden auch zu Hause kaum zum Arbeiten kommen. Großeltern fallen für die Betreuung meist aus, da sie oft zur Hauptrisikogruppe zählen (ab 65). Falls sich keine Betreuung organisieren lässt, haben berufstätige Eltern ein Leistungsverweigerungsrecht, sagte Dr. Kara Preedy, Partnerin der Kanzlei Greenberg Traurig der FAZ (nach Paragraf 275 Absatz 3 BGB). Denkbar sei dann eine Lohnfortzahlung, aber laut Preedy nur für fünf bis zehn Tage.

Bei Kinderbetreuung kreativ sein

Im Falle absehbarer wochenlanger Schulschließungen bestehe von Beginn kein Anspruch auf Vergütung der Eltern. Im Moment sind da auch noch keine staatlichen Hilfen in Sicht. Arbeitslosengeld würde nicht greifen, Krankengeld auch nicht und auch das Infektionsschutzgesetz nicht, solange nicht der Mitarbeiter selbst in Quarantäne ist. Beschäftigte seien vom guten Willen ihrer Arbeitgeber abhängig. Daran appelliert auch die Regierung. Ob das im Maklerbüro finanziell lange auszuhalten ist, muss bezweifelt werden.

Ein Backup der wichtigen Daten der Firma ist gut – nutzt aber wenig, wenn es auf dem Server eines gesperrten Betriebsgeländes liegt. Daten, Abläufe, Software und betriebswichtige Programme sollten so weit wie möglich ständig oder sogar standardmäßig auch außerhalb des Geschäfts oder der Firma nutzbar sein, empfiehlt Gräfer. Das kann über einen gespiegelten Server mit Laptop-Anbindungen oder auch eine sichere Firmencloud gehen. Dann sei es relativ problemlos möglich, zumindest den Bürobetrieb auch virtuell weiterzuführen. Das sollte möglichst schon vorher in der Firma trainiert werden.

Der Firmenchef sollte sich einen Notfallkoffer zulegen: In diesen Koffer – es kann auch ein geschützter Bereich im Computer oder der Cloud sein – liegen alle Dokumente, Pläne und Inhalte der Checklisten, die im Notfall zur Hand sein müssen; und zwar so, dass jeder Befugte darauf auch zugreifen kann. Die klassischen Gewerbe-Absicherungen greifen aktuell im Fall Corona nicht – auch nicht für den Maklerbetrieb selbst. Muss er geschlossen werden, kann der Chef Kurzarbeit einführen und dann Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur beantragen. Bei Kurzarbeit durch Wegfall von mindestens zehn Prozent der Gesamtarbeitsmenge wegen der Corona-Krise werden die SV-Beiträge vollständig von der Bundesagentur für Arbeit erstattet.

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