Wie Häuslebauer von Corona profitieren

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Während die Konjunktur durch das Virus in Mitleidenschaft gezogen wird, führt es für Häuslebauer zu niedrigen Bauzinsen. Diese könnten für einen längeren Zeitraum Bestand haben, glauben Experten.

Die Bauzinsen befinden sich derzeit wieder auf einem Rekordtief.

Die Bauzinsen befinden sich derzeit wieder auf einem Rekordtief. Bild: Adobe Stock/Grispb

Während das weiter um sich greifende Corona-Virus für die Konjunktur eine echte Belastung ist, könnte es sich für Häuslebauer als Grund zur Freude erweisen. „Die Unsicherheiten durch das Corona-Virus schlagen auf die Märkte durch, was sich auch beim Baugeld bemerkbar macht“, erklärte Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG. So hätten die Konditionen für Immobiliardarlehen um rund 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat nachgegeben und liegen derzeit wieder auf einem Allzeittief.  

Immobilienkäufer und Eigentümer mit Anschlussfinanzierungsbedarf könnten derzeit zehnjährige Anlehen oftmals zu Zinsen unter 0,7 Prozent aufnehmen. Laut Angaben des Finanzdienstleisters Dr. Klein lag der Bestzins für ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung bei 0,41 Prozent.  

Dass dieser Zins noch nicht das untere Ende der Fahnenstange darstellt, ist denkbar: „Solange die Unsicherheit durch das Coronavirus bestehen bleibt, wird sich an der aktuellen Zinssituation nichts ändern. Es ist nicht auszuschließen, dass das aktuelle Rekordtief erneut durchbrochen wird“, glaubt Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG.  

Auch bei Interhyp geht man von weiter günstigen Bauzinsen aus: „Mit Blick auf die derzeitige Lage, die Konjunkturerwartung und Zinspolitik dürfte das Zinsniveau beim Baugeld vorerst günstig bleiben – abhängig von der weiteren Entwicklung halten wir aber Schwankungen nach unten oder oben für möglich“, erläutert Mohr.  

Baugeldzinsen orientieren sich an den Renditen der Staatsanleihen. Da verunsicherte Anleger derzeit verstärkt ihr Geld von Aktien auf Staatsanleihen umschichteten, sank die Rendite von deutschen Staatsanleihen aufgrund der hohen Nachfrage zuletzt auf -0,6 Prozent. Damit ist sie nicht mehr weit von ihrem Rekordtief von – 0,72 Prozent entfernt.

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