Warum sich Makler für oder gegen einen Pool entscheiden

Berater Top News Detlef Pohl

Pools und Verbünde sind für nahezu jeden zweiten Makler unverzichtbar, zeigt eine neue Studie. Doch die Makler haben große Erwartungen und bleiben zugleich kritisch. Über die Hälfte vertraut jeweils nur ein bis zwei Pools und trennt sich auch wieder.

Wer als Makler im Umgang mit Pools über Wasser bleiben will, muss sich über Chancen und Risiken der Kooperation informieren.

Wer als Makler im Umgang mit Pools über Wasser bleiben will, muss sich über Chancen und Risiken der Kooperation informieren. Bild: Soundmixschmiede-Berlin/Pixabay

Der Umsatz von Maklern über Pools nimmt erstmals seit vier Jahren ab. So fielen im Bereich Vorsorge/Leben die Geschäftsanteile über Pools von 63 Prozent im Jahr 2018 auf 54 Prozent im Jahr 2019 und damit unter das Niveau des Jahres 2017. Im Bereich PKV ging es sogar von 66 auf 55 Prozent runter und damit unter den Wert von 2015. Das ergab die Studie „Pools & Dienstleister 2020“ der BBG-Betriebsberatung unter 586 Maklern.

Die Studie zeigt, dass das Geschäftsjahr 2018 bislang der Umsatzhöhepunkt von Maklern über Pools und Verbünde war (procontra berichtete). Auch bei Sachversicherungen fiel der Pool-Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2019 um rund sieben Prozentpunkte auf 58 Prozent. Bei Finanzanlagen und Finanzierungen betrug das Minus ebenfalls sieben Prozentpunkte (auf 65 Prozent). Dennoch ist das Standbein Poolanbindung nicht aus dem Makleralltag wegzudenken.

Fast 90 Prozent der Befragten kooperieren mit Pools (Angebot von Pooling, Zugängen zu Produktanbietern, Software, Einreichung von Neugeschäft) sowie je 12,6 Prozent mit Servicegesellschaften (Software, Rahmenabkommen, Rechtshilfen, Research, aber keine Einreichung von Geschäft) und Verbünden (wirtschaftliche Interessenvertretung), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren. Die Geschäftsmodelle ähneln sich aber immer mehr (procontra berichtete).

Jeder Makler hat im Schnitt 2,5 Poolanbindungen

Vermittler haben durchschnittlich 2,5 Poolanbindungen (2019: 2,6) – siehe Grafik. Dieser Wert ist seit 2014 (2,7) nahezu stabil. Sie arbeiten im Schnitt seit 13,6 Jahren regelmäßig mit Pools und Diensteistern zusammen. Mehr als ein Viertel kooperiert lediglich mit einem Pool (27 Prozent), 32 Prozent arbeiten mit je zwei Pools zusammen und fast 22 Prozent mit drei Pools.


Das meiste Geschäft ging 2019 laut Studie in allen vier Bereichen (Vorsorge; Kranken, Sach/HUK und Finanzanlagen) an Fonds Finanz vor VEMA (bei Finanzanlagen vor Apella). Die dritten Ränge eroberte meist Apella (bei Finanzanlagen BCA).

Zu den Favoriten der Makler in Sach/HUK zählen neben den genannten Top-Pools weitere Pools und Verbünde. Nimmt man die Gesamtzufriedenheit der Makler, liegen diese Unternehmen vorn:

  • Vorsorge/Leben: Deutscher Maklerverbund, VEMA, Germanbroker.net
  • PKV: VEMA, Deutscher Maklerverbund, Invers
  • Sach/HUK: VEMA, Germanbroker.net, Deutscher Maklerverbund
  • Finanzanlage/Finanzierung: Apella, Fonds Finanz, BCA/ BFV Bank für Vermögen.

Die unabhängigen Vermittler kooperieren vor allem, um ihre Unabhängigkeit zu bewahren, geben knapp 46 Prozent an (2019: 42,8 Prozent). Jeweils ein knappes Drittel schätzt die hohe Produktbreite aus einer Hand beziehungsweise Entlastung im Back-Office bei administrativen Prozessen (Mehrfachnennungen erlaubt).

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