Überschwemmung: Wann ist es ein Sturmflutschaden?

Martin Thaler Berater Recht & Haftung

Sturmflutschäden sind nur äußerst selten im Versicherungsschutz inbegriffen. Umso wichtiger ist es zu wissen, wann es sich um einen Sturmflutschaden handelt und wann nicht. Der Bundesgerichtshof schuf nun ein wenig Klarheit in dieser Frage.

Nicht immer scheint klar, wann es sich um einen Sturmflutschaden handelt und wann nicht.

Nicht immer scheint klar, wann es sich um einen Sturmflutschaden handelt und wann nicht. Bild: picture alliance/dpa - Report

Auch wenn diese Wahrheit erst langsam unter Immobilienbesitzern Verbreitung findet: Eine Elementarversicherung ist zur Absicherung der eigenen vier Wände unerlässlich: Sie sichert Haus und Hof vor Naturgefahren wie Starkregen und Erdbeben. Doch was ist mit Sturmfluten? Dieser Baustein ist nur bei den wenigsten Versicherern inkludiert.  

Umso wichtiger ist es für die Küstenbewohner zu wissen, welche Schäden auf eine Sturmflut zurückzuführen sind und welche nicht. Für sie dürfte ein neues Urteil des Bundesgerichtshofes (Az: IV ZR 235/19) somit von größerem Interesse sein.  

Was war passiert?  

Im Januar 2017 zog Tief Axel über die deutsche Ostseeküste und richtete Schäden in Millionenhöhe an. Die „Ostsee-Zeitung“ sprach von der schwersten Ostsee-Sturmflut der vergangenen zehn Jahre. Betroffen von den Auswirkungen der Sturmflut war auch eine Frau, die am Stadthafen in Rostock, am Ufer der Warnow, wohnte. Durch die Sturmflut konnte das Wasser des Flusses nicht in die Ostsee ablaufen und staute sich landeinwärts auf.  

Auf Höhe des Hauses der Frau – insgesamt 16 Kilometer von der Ostsee entfernt - trat die Warnow schließlich über ihre Ufer und setzte das Grundstück unter Wasser. Am Haus der Frau entstand ein Schaden in Höhe von 13.504 Euro, den sie nun von ihrer Wohngebäudeversicherung erstattet bekommen wollte. Mit dieser hatte sie einen Vertrag über zusätzliche Gefahren zur Feuerversicherung abgeschlossen. Im Versicherungsschutz eingeschlossen waren Schäden, die durch Überschwemmung oder Rückstau verursacht wurden. Nicht versichert waren hingegen Schäden, für die eine Sturmflut Ursache war.  

Mit Verweis auf diesen Ausschluss verweigerte die Versicherung die Begleichung der Schäden. Die Frau zog vor Gericht. Nachdem sowohl das Landgericht sowie das Kammergericht Berlin zugunsten der klagenden Frau entschieden hatten, landete der Fall vor dem Bundesgerichtshof (BGH).  

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