Stellenabbau der Versicherer: (K)ein Ende in Sicht?

Florian Burghardt Versicherungen

Nach einem jahrelangen Schrumpfprozess hat sich die Anzahl der Versicherungsangestellten vorerst stabilisiert. Dabei tritt ein Effekt der Digitalisierung zu Tage. Zwischen Innendienst und Außendienst gibt es dennoch Unterschiede.

Lange Zeit war der Ausblick auf die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in der Versicherungsbranche klar: Es ging nach unten. Deutet sich nun eine Trendwende an?

Lange Zeit war der Ausblick auf die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen in der Versicherungsbranche klar: Es ging nach unten. Deutet sich nun eine Trendwende an? Bild: Pixabay

Lange Jahre sind sie gemeinsam geschrumpft. Die Rede ist von der Anzahl der Angestellten in der Versicherungsbranche sowie von den im DIHK-Register gemeldeten Vermittlern. So hat sich der Bestand der Angestellten im Innen- und Außendienst in den letzten 20 Jahren um knapp 40.000 reduziert. Bei den Versicherungsvermittlern ging es in nur 10 Jahren sogar um 60.000 nach unten.

Doch im Jahr 2019 hat sich der Schrumpfprozess bei den Vermittlern verlangsamt. Bei den Angestellten im Innen- und Außendienst der Versicherungsunternehmen ist er sogar komplett zum Erliegen gekommen. Denn wie der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) nun mitgeteilt hat, ist der Beschäftigtenbestand im Jahr 2019 (202.000) nahezu unverändert gegenüber 2018 (201.900 Beschäftigte) geblieben.

Genau genommen ist er sogar minimal gestiegen (+100). Dieser Zuwachs ging auf das Konto der Innendienstangestellten, deren Anzahl von 158.900 auf 159.400 geklettert ist. Bei den Außendienstmitarbeitern gab es erneut einen Rückgang (-300 auf 32.000), der aber deutlich schwächer ausfiel als in den Jahren zuvor. Die Anzahl der Auszubildenden ging leicht zurück (-100 auf 10.600).

Neu geschaffene Tätigkeiten sichtbar?

In den Jahren 2016 und 2017 hatten mehrere Versicherer Stellenabbaupläne im hohen dreistelligen oder sogar vierstelligen Bereich angekündigt, darunter die Ergo, der Talanx-Konzern und die Allianz. Meldungen in dieser Größenordnung sind in den vergangenen beiden Jahren aber ausgeblieben.

Zwar kommen Studien zu dem Ergebnis, dass die Digitalisierung die Versicherer in den nächsten Jahren zu weiteren Stellenstreichungen treiben wird. Immer wieder betonen Experten aber auch, dass der technische Fortschritt neue Tätigkeiten hervorbringen wird, die die obsolet gewordenen und deshalb abgebauten Arbeitsplätze ersetzen werden. Ein Effekt, der nun anscheinend in der Versicherungsbranche immer deutlicher zu Tage tritt.

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