Run-off-Anbieter: Keine Nachteile für Versicherte

Anne Hünninghaus Unternehmen Versicherungen

Eine neue DIA-Studie legt Fakten zu Run-offs bei Bestandsverträgen zur Altersvorsorge vor. Vertreter aus Unternehmen, Politik und Verbraucherschutz diskutierten die Ergebnisse überraschend einhellig.

Auf dem DIA-Podium: Fred Wagner, Carsten Brodesser, Lars Gatschke, Christian Thimann, Klaus Morgenstern

Auf dem DIA-Podium: Fred Wagner, Carsten Brodesser, Lars Gatschke, Christian Thimann, Klaus Morgenstern (v. l.). Bild: Anika Zerche/DIA

Lebensversicherungen erfreuen sich bei den Deutschen – der derzeitigen Niedrigzinsphase zum Trotz – weiter steigender Beliebtheit. Pro Einwohner gibt es durchschnittlich einen Vertrag. Entsprechend groß war die Aufregung, als immer mehr Lebensversicherer entschieden, ihren LV-Bestand an externe Run-off-Anbieter abzugeben. Vor allem der externe Run-off der Generali mit insgesamt vier Millionen Verträgen schlug medial hohe Wellen.

Auch in der Branche selbst mehrten sich kritische Stimmen, die Rede war von Vertrauensbruch. „Die Altersversorgung darf keine geknebelte Handelsware sein“, kritisierte beispielsweise maxpool-Chef Oliver Drewes.

Um der teils sehr emotionalen Debatte nüchterne Fakten gegenüberstellen zu können, hat nun das Institut für Altersvorsorge (DIA) zusammen mit der V.E.R.S. Leipzig und Professor Fred Wagner von der Universität Leipzig eine Studie zu den Run-off-Anbietern durchgeführt, die nun in Berlin vorgestellt wurde.

Kunden von Run-off-Anbietern sind nicht im Nachteil

Eine zentrale Erkenntnis der Studie: Eine kategorische Benachteiligung der Kunden von Run-off-Anbietern im Vergleich zu traditionellen Lebensversicherern ist nicht festzustellen. „Sowohl die geringere Stornoquote als auch die (absolute) Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Erträgen der Versicherer lassen keine Benachteiligung der Kunden erkennen“, heißt es hier. Allerdings: die versprochene Effizienzerhöhung auch nicht. Die Run-off-Anbieter hatten stets mit einer moderneren IT-Infrastruktur geworben, die ihnen eine effizientere Verwaltung der Lebensverwaltungsbestände ermögliche.

Für den Kunden heißt das: Eine höhere Verzinsung gibt es bislang nicht im größeren Maßstab. Allerdings merkten die Studienautoren an, dass eine mögliche Erklärung hierfür die anfallenden Umstellungskosten sein könnten. Effizienzvorteile könnten folglich erst in den kommenden Jahren zu beobachten sein.

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