Rentenkommission: Private und betriebliche Altersvorsorge sollen attraktiver werden

Anne Hünninghaus bAV Altersvorsorge Top News

In seinem Abschlussbericht hat das von der Regierung beauftragte Gremium beschlossen, bAV und pAV stärker zu fördern. Hier die wichtigsten Eckpunkte des viel kritisierten Papiers.

Die Vorsitzenden der Rentenkommission Karl Schiewerling (CDU, l) und Gabriele Lösekrug-Möller (SPD, r), bei einer PK mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (M., SPD)

Die Vorsitzenden der Rentenkommission Karl Schiewerling (CDU, l) und Gabriele Lösekrug-Möller (SPD, r), bei einer PK mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (M., SPD). Bild: picture alliance/Ralf Hirschberger/dpa

Inmitten der Corona-Krise hat die von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eingesetzte Rentenkommission ihre Empfehlungen für das Rentensystem nach 2025 am heutigen Freitag an die Bundesregierung übergeben. Die Erwartungen an den Bericht waren in den vergangenen Tagen durch diverse Vorab-Medienberichte bereits gedrosselt worden: zu vage seien die Vorschläge des Expertengremiums.

pAV und bAV sollen gestärkt werden

Erfreulich aus Sicht der Versicherugswirtschaft dürfte das Bekenntnis der Kommission zur privaten bzw. betrieblichen Altersvorsorge sein: Um eine zusätzliche Altersvorsorge kommt die Mehrheit der Bevölkerung nicht herum, um ihren bisherigen Lebensstandard im Ruhestand weiter halten zu können, lautet deren Einschätzung. Hier gebe es einigen Nachholbedarf: „Trotz positiver Entwicklungen innerhalb der letzten 20 Jahre ist der aktuelle Zustand bei der zusätzlichen Altersvorsorge insbesondere bei ihrem Verbreitungsgrad nicht zufriedenstellend“, heißt es im Bericht.

Die Kommission empfiehlt, die Förderung von arbeitgeberfinanzierter betrieblicher Altersvorsorge für Geringverdiener zu erhöhen und den Bereich Riester zu verbessern. Um Vertragskosten zu senken, soll es demnach eine Digitalplattform für Riester-Produkte geben und ein Standardvorsorgeprodukt geschaffen werden. Der Staat solle es sich dabei offenhalten, selbst ein solches Produkt anzubieten, so die Idee. Auch schlägt die Kommission vor, die bislang noch sehr unterschiedlichen steuerlichen Förderungen in den verschiedenen Bereichen der zusätzlichen Altersvorsorge einheitlicher zu gestalten.

Ziel der Empfehlungen ist es, dass die zusätzliche Altersvorsorge möglichst viele Erwerbstätige erreicht. Bis dahin soll die Bundesregierung Vorschläge bis 2025 entwickeln. Auch „eine verpflichtende Lösung“ hält die Kommission dabei für denkbar – solange es möglich ist, diejenigen davon zu befreien, die bereits über eine gleichwertige Altersvorsorge verfügen. Der Kommissionsvorsitzende Karl Schiewerling betont hierzu: „Gerade für die heute junge und die folgenden Generationen bietet eine gut ausgestaltete zusätzliche Altersvorsorge die Chance, flächendeckend einen wichtigen Teil zu einer guten Altersabsicherung beizutragen. Dafür müssen die Weichen möglichst schnell gestellt werden.“

Seite 1: pAV und bAV sollen gestärkt werden
Seite 2: Rentenalter bleibt zunächst unangetastet

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare