Quarantäne: So bekommen Makler den Verdienstausfall ersetzt

Berater Florian Burghardt Corona

procontra: Sofern die Quarantäne angeordnet wird: Gilt diese für alle gleichermaßen oder gibt es Unterschiede zwischen Angestellten und Selbstständigen?

Verma: Rechtliche Grundlage für eine Quarantäne ist § 30 des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen, kurz Infektionsschutzgesetz. Danach kann eine Quarantäne Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige und sogenannte Ausscheider, also eine Person, die eine Ansteckungsquelle für die Allgemeinheit sein kann, ohne krank oder krankheitsverdächtig zu sein, betreffen. Arbeitnehmer und Selbstständige sind in gleicher Weise betroffen.

procontra: Bei angeordneter Quarantäne: Wie und von welcher Stelle erhalten Makler und Vertreter ihren Verdienstausfall ersetzt?

Verma: Das Infektionsschutzgesetz sieht in § 56 Entschädigungsregelungen für den Fall einer Quarantäne vor, die für Arbeitnehmer und für Selbstständige anwendbar sind. Die Entschädigung entspricht in den ersten sechs Wochen dem Verdienstausfall. Im Anschluss, also ab der siebten Woche, bemisst sich die Entschädigung nach der Höhe des gesetzlichen Krankengeldes.

Bei einem Arbeitsverhältnis trifft die Pflicht, die Entschädigung an den Arbeitnehmer zu zahlen, in den ersten sechs Wochen den Arbeitgeber. Der Arbeitgeber erhält die ausgezahlten Beträge aber auf Antrag bei der zuständigen Behörde des Bundeslandes, in dem die Quarantäne erlassen worden ist, erstattet. Ab der siebten Woche muss der Arbeitnehmer die Entschädigung selbst bei der zuständigen Behörde beantragen.

Ein Selbstständiger muss die Entschädigung vom ersten Tag an eigenverantwortlich bei der zuständigen Behörde beantragen. Die Anträge auf Entschädigung beziehungsweise Erstattung sind innerhalb einer dreimonatigen Frist zu stellen.

procontra: Welche Strafen drohen bei Wiedersetzen beziehungsweise Nichteinhalten der Quarantäne?

Verma: Die Nichteinhaltung einer Quarantäne ist eine Straftat und kann mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe verfolgt werden.

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