Pflegerisiko: Was die Absicherung kostet und was Makler liefern

Pflege- und Zusatzversicherung Berater Versicherungen Top News Detlef Pohl

Die Kosten für die private Pflegeabsicherung werden vielfach überschätzt, zeigt eine neue Studie. Unberücksichtigt bleiben aber die zuletzt stark gestiegenen Kosten. Was Makler ihren Kunden in der schwierigen Gemenge-Lage empfehlen, zeigt eine andere Studie.

Die Pflegetarife sollten auch nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit die Leistungen weiter dynamisieren“, sagt Assekurata-Krankenversicherungsexperte Gerhard Reichl.

Die Pflegetarife sollten auch nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit die Leistungen weiter dynamisieren“, sagt Assekurata-Krankenversicherungsexperte Gerhard Reichl. Bild: Assekurata

Es gibt genügend individuell bedarfsgerechte Pflege-Zusatzversicherungen, mit denen zu bezahlbaren Preisen eine Vollabsicherung für den Pflegefall möglich ist. Das zeigt die Studie „Absicherung im Pflegefall“ der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH, nachdem erst kurz zuvor eine Studie zu Überschüssen der Lebensversicherung erschienen war (procontra berichtete).

Makler werden bei der Entscheidungsfindung zur Pflege-Zusatzversicherung neben dem Preis aber vor allem die Bedingungs- und auch die Anbieterqualität im Auge haben (procontra berichtete). Assekurata erleichtert das Beratungsgespräch anhand von Rechenbeispielen, welche monatlichen Beiträge bei verschiedenen Eintrittsaltern vonnöten wären, um die bestehende Pflegelücke mit Hilfe einer Pflegezusatzversicherung zu schließen. Die 24-seitige Untersuchung ist kostenlos im Internet verfügbar.

Nach jüngsten Veröffentlichungen des PKV-Verbandes betrug die Finanzlücke 2019 bei stationärer Pflege im Bundesdurchschnitt 1.928 Euro, bei ambulanter Fachpflege je nach Pflegegrad zwischen 375 und 2.100 Euro. Allerdings variieren vor allem die Heimkosten regional zum Teil erheblich, während die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung bundesweit einheitlich sind (procontra berichtete). Dementsprechend schwankt auch der Eigenanteil beziehungsweise die Pflegelücke.

Tagegeld- oder Kostenversicherung?

Mit der Pflegetagegeldversicherung, wozu auch die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung (Pflege-Bahr) gehört, und der Pflegekostenversicherung bietet die PKV gleich drei Produktvarianten an. Die Pflegekostenversicherung vertreiben marktweit fünf Versicherer. „Hier kann der Kunde im Regelfall die gesetzlichen Pflegeleistungen je nach Anbieter um bis zu 200 Prozent aufstocken“, erläutert Gerhard Reichl, Autor der Studie und Fachkoordinator Krankenversicherung bei Assekurata. „Im Vergleich zum Pflegetagegeld sind Pflegekostentarife preislich etwas günstiger. Grund: es gibt geringere Leistungen für häusliche Pflege durch Angehörige.

Am vorteilhaftesten und flexibelsten erscheint Assekurata die Pflegetagegeldversicherung. Hier kann der Kunde die Höhe des Tagegelds frei wählen und die Leistung ohne erneute Gesundheitsprüfung zu bestimmten Anlässen oder Zeitpunkten erhöhen. „Makler sollten vor allem darauf achten, dass die Tarife auch nach Eintritt der Pflegebedürftigkeit die Leistungen weiter dynamisieren“, betont Reichl. Dies verhindere, dass sich die Pflegelücke wieder auftut oder weiter vergrößert.

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