Krise: DFV setzt auf Cash statt Anleihen

Martin Thaler Corona Versicherungen Top News

Auch bei anderen Versicherern sind die Auswirkungen des Corona-Virus bislang vorrangig bei den Kapitalanlagen feststellbar. Martin Rohn, bei der Alten Leipziger für diesen Bereich zuständig, sprach auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns aus Oberursel von steigenden Risikoprämien bei festverzinslichen Wertpapieren, vor allem Staatsanleihen.  

Seine Aktienquote hat das Unternehmen deutlich zurückgefahren, berichtet das Branchenportal „pfefferminzia“. Lag diese zu Beginn des Jahres noch bei 4,5 Prozent, beträgt sie aktuell nur noch 0,4 Prozent. 

Auch andere Versicherer dürften die Krise zu spüren bekommen. Vor allem die Lebensversicherer dürften die guten Neugeschäftszahlen der letzten Jahre kaum halten können, vermutet Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei der Kölner Ratingagentur Assekurata. „Aus Sorge um Ansteckung werden die meisten Menschen derzeit Kontakte möglichst meiden, was insbesondere die Arbeit der Versicherungsvermittler deutlich erschweren dürfte, zumal die tagesaktuelle Berichterstattung die Auseinandersetzung mit der eigenen Altersvorsorge in den Hintergrund rücken dürfte“, analysierte Heermann in einem Blogbeitrag und kam zu dem Schluss: „Corona wird die Wachstumspotenziale mindestens in diesem Jahr deutlich schmälern.“  

Starkes Neugeschäft bei DFV

Trotz Corona-Krise kam DFV-Chef Knoll schließlich dennoch zur Verkündung „der besten Geschäftszahlen in der Firmengeschichte“: So konnte die DFV ihre Neukundenzahl von 55.000 auf 100.034 erhöhen – ein Plus von 81 Prozent. Der Bestand wuchs um 11,51 Prozent auf mittlerweile 514.104 Verträge.  

Vor allem hat es die DFV geschafft, ihren Bekanntheitsgrad deutlich zu erhöhen. Hierzu habe auch die ungewöhnliche Recruiting-Kampagne des Versicherers beigetragen, der Bewerbern auf offene Stellen Prämien bis zu einer Höhe von 5.000 Euro (bei Einstellung) versprochen hatte. 2.700 Bewerbungen hätten das Unternehmen bislang erreicht, bilanzierte Knoll, fast alle Führungspositionen konnten bereits besetzt werden. Und das wichtigste: „Im Rhein-Main-Gebiet kennt uns nun jeder“, zeigte sich Knoll hochzufrieden.

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