Immobilienfonds zeigen sich immun gegen Corona-Krise

Martin Thaler Investmentfonds

Während die Börsen auf Talfahrt gehen, verzeichnen einige offene Immobilienfonds Mittelzuflüsse. Die hohen liquiden Mittel sind für die Fonds ein weiterer Stabilitätsanker.

Offene Immobilienfonds in Deutschland verfügen derzeit über hohe liquide Mittel.

Offene Immobilienfonds in Deutschland verfügen derzeit über hohe liquide Mittel. Bild: picture alliance/Photoshot

Das Corona-Virus lässt die Börsen kollabieren: Während sich Anleger derzeit in größerem Maße von ihren Aktien trennen, spüren die Manager offener Immobilienfonds (OIFs) die Auswirkungen des Virus bislang kaum. 

Laut einem Bericht der Ratingagentur Scope verzeichneten die Asset Manager bisher keine außergewöhnlichen Mittelabflüsse. Im Gegenteil: Zahlreiche Fonds haben laut Scope selbst in den vergangenen Wochen noch Netto-Mittelzuflüsse erzielt. Jedoch fielen diese geringer aus als noch zu Beginn des Jahres.  

Grund hierfür ist unter anderem die seit 2013 geltende Mindesthaltedauer für OIF-Anleger. Wenn diese Fondsanteile seit dem 22. Juli 2013 gekauft haben, müssen sie diese mindestens für 24 Monate halten. Zudem gilt eine einjährige Rückgabefrist. In Fonds, die nach 2013 aufgelegt wurden, liegt der Anteil der von diesen Regeln betroffenen Anleger naturgemäß bei 100 Prozent.  

Auch in den älteren Fonds, zu denen sämtliche Schwergewichte zählen, liegt der Anteil an Anlegern, die diesen Regeln unterworfen sind, zumeist bei über 50 Prozent.  

Ein weiterer Grund für die Stabilität bei den Mittelbewegungen ist die geringere Volatilität der Fondsanteile. „Für diese Stabilität ist unter anderem die konservative Bewertungspraxis der deutschen Immobiliengutachter verantwortlich. Sie stellt auf nachhaltig erzielbare Werte ab und glättet damit Marktausschläge nach oben und unten“, heißt es hierzu von Scope.  

Derzeit verfügen die offenen Immobilienfonds über liquide Mittel in Höhe von über 20 Milliarden Euro. Die Liquiditätsquote der Fonds lag zuletzt durchschnittlich bei 20 Prozent. Was sich für Anleger aufgrund der sich hierdurch vermindernden Rendite sonst als Ärgernis erwies, sei nun für die Fonds ein Stabilitätsanker, argumentiert Scope. Liquiditätsprobleme seien somit in den kommenden Monaten nicht zu erwarten. Allerdings, so glauben die Analysten der Berliner Ratingagentur, werden sich die Fondsmanager in der nächsten Zeit mit dem Erwerb weiterer Immobilien zurückhalten.

Die Liquiditätsquoten der OIF-Schwergewichte

 

FondsLiquiditätsquote
UniImmo: Deutschland24,3 %
Deka-ImmobilienEuropa21,1 %
hausInvest19,1 %
UniImmo: Europa16,8 %
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