Geldanlage: Was Kunden vom Vermittler erwarten

Martin Thaler Investmentfonds

Deutsche Anleger setzen bei der Geldanlage auf persönliche Beratung, haben aber auch hohe Erwartungen an den Vermittler. Welche Punkte Vermittler im Gespräch auf jeden Fall beachten sollten, zeigt eine neue Studie.

Anleger haben ganz bestimmte Erwartungen an ein Beratungsgespräch mit einem Vermittler.

Anleger haben ganz bestimmte Erwartungen an ein Beratungsgespräch mit einem Vermittler. Bild: Adobe Stock/contrastwerkstatt

Dass die Deutschen nicht sparen, kann man ihnen wahrlich nicht vorwerfen. Laut einer neuen Studie des Vermögensverwalters Amundi legen 56 Prozent der Deutschen regelmäßig Geld auf die Seite, 73 Prozent tun dies zumindest ab und zu. Während 31 Prozent zwischen 50 und 500 Euro im Monat zurücklegen, legen acht Prozent der Anleger mehr als 500 Euro im Monat auf die hohe Kante, 2 Prozent sogar mehr als 1.000 Euro. Weitere elf Prozent gaben an, zwar regelmäßig Geld anzusparen – allerdings mit von Monat zu Monat variierenden Beträgen.  

Es kommt wenig überraschend, dass auch die Amundi-Studie das risikoaverse Anlageverhalten der Deutschen bestätigt. 52 Prozent der Befragten nutzen Sparbuch, Tages- oder Festgeldkonto für ihre Ersparnisse. Nur 13 Prozent investieren in Aktien oder Anleihen, Lebensversicherungen spielen nur für 10 Prozent eine Rolle.  

Dies mag damit zusammenhängen, dass sich ein Großteil der Deutschen bei ihrer Geldanlage nicht beraten lässt: Laut Amundi treffen 45 Prozent derjenigen, die zumindest gelegentlich Geld zur Seite legen, ihre Investment-Entscheidungen selbst, ohne sich hierbei professionelle Hilfe zu holen. 17 Prozent der Befragten holen sich beim Thema Geldanlage Rat aus dem eigenen Umfeld.  

Persönliche Beratung gefragt

Ermutigender für Vermittler ist hingegen die folgende Studienaussage: Diejenigen, die ihre Anlageentscheidung  nicht ausschließlich selbst treffen, möchten ihre Informationen in einem persönlichen Gespräch mit einem Bank- bzw. Vermögensberater erhalten: 44 Prozent erklärten dies. Digitale Lösungen spielen hingegen kaum eine Rolle – lediglich sieben Prozent setzen hierauf, selbst in der als digitalaffin geltenden Zielgruppe der 18- bis 34-Jährigen sind es nur zehn Prozent.  

Doch worauf sollten Vermittler im Beratungsgespräch achten? Welche Erwartungen bringen ihre Kunden ins Gespräch mit?  

Wer als Vermittler glaubt, ein möglichst breites Anlageangebot für seine Kunden bereithalten zu müssen, irrt. Laut Amundi-Studie ist eine möglichst große Auswahl an Anlagemöglichkeiten zwar für 55 Prozent der potentiellen Anleger wichtig – im Vergleich zu den anderen Erwartungen fällt dieser Wert jedoch deutlich ab.   Weitaus höher priorisiert ist eine anschauliche und verständliche Erläuterung der Anlagemöglichkeiten: 78 Prozent der befragten Anleger wünschen sich eine solche im Beratungsgespräch. Fast ebenso wichtig finden die meisten Anleger (77 Prozent) eine verständliche Aufstellung der Kosten. Zudem möchten 74 Prozent der Anleger die vorgeschlagenen Anlagemöglichkeiten miteinander vergleichen können – beispielsweise im Hinblick auf Renditen und Kosten.  

Zudem gilt es den Kunden ernst zu nehmen und die Beratung auf seine individuellen Bedürfnisse zuzuschneiden. Eine Beratung von der Stange wird nicht gewünscht – stattdessen möchten drei Viertel der Anleger, dass der Vermittler auf ihre persönliche Situation eingeht und entsprechende Lösungen für ihre jeweiligen Probleme präsentiert.  

Vermittler sind also gut beraten, bei ihrer Beratung in erster Linie auf Verständlichkeit zu setzen. Wer hier die umfangreichen Informationen klar gegliedert und verständlich für den jeweiligen Kunden aufbereitet, verschafft sich gegenüber der digitalen Konkurrenz einen klaren Wettbewerbsvorteil und überzeugt womöglich auch weitere Kunden, bei ihren Anlageentscheidungen auf professionelle Hilfe zu setzen.

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