Corona-Zuschüsse: Was Makler jetzt tun müssen

Anne Hünninghaus Corona Berater Meistgeklickt

Soloselbstständige und Kleinunternehmer können ab sofort Online-Anträge auf Soforthilfe von Bund und Ländern stellen. Das ist dabei zu beachten.

Die Soforthilfe ist angelaufen - nicht ohne technische Probleme.

Die Soforthilfe ist angelaufen - nicht ohne technische Probleme. picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Wartenummern im mittleren sechsstelligen Bereich, zusammengebrochene Server, verzweifelte Antragsteller: Einige der für die Corona-Hilfen eingerichteten Portale können dem massiven Andrang kaum standhalten. Teils ist daher mit Verzögerungen und langen Wartelisten zu rechnen. So hat die Investitionsbank Berlin bereits jetzt die Annahme weiterer Anträge ausgesetzt - die Nachfrage nach dem Soforthilfepaket habe die Erwartungen bei Weitem überstiegen, heißt es auf der Website. Gemeinsam mit der Politik werde man nun über das weitere Vorgehen beraten.

Es läuft nicht überall rund, dennoch überwiegt bei vielen Selbstständigen und Kleinstunternehmern die Erleichterung über die bundespolitisch historisch schnell umgesetzten Hilfsangebote. Ab sofort und bis zum 31. Mai können diese beantragt werden. Hier die wichtigsten Antworten zu den Hilfspaketen.

Bin ich antragsberechtigt?

Anspruch auf Soforthilfe haben Soloselbständige und kleine Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten (Vollzeitäquivalente), die Ihren Firmensitz in Deutschland haben oder die Geschäfte aus dem Inland führen und bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sind. Der Antragsteller muss versichern, dass er bedingt durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist. Wer sich bereits am 31.12.2019 in finanziellen Schwierigkeiten befunden hat, hat keinen Anspruch.

Wo kann ich den Antrag stellen?

Für die Umsetzung der Hilfen sind die Bundesländer verantwortlich. Auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums finden Sie hier eine Liste der jeweiligen Ansprechpartner. Diese können sowohl zu Länder-Soforthilfen wie auch für Bundes-Soforthilfen kontaktiert werden. Notwendige Angaben, die in dem vergleichsweise unbürokratischen Verfahren gemacht werden müssen, sind unter anderem Steuernummern, Handelsregistereinträge, vergangene Umsatzzahlen und der Umfang der zu erwartenden Liquiditätslücke. „Falschangaben können den Tatbestand des Subventionsbetrugs erfüllen und zu entsprechenden strafrechtlichen Konsequenzen führen“, so der warnende Hinweis des Ministeriums.

Wie viel Geld steht mir zu?

Selbstständige und Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten können einen einmaligen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro für drei Monate beantragen, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten einen einmaligen Zuschuss von bis zu 15.000 Euro, ebenfalls für drei Monate. Bei Kleinstunternehmen und Kleinunternehmen werden Eigentümer und Teilhaber in die Beschäftigtenzahl einberechnet.

Zudem stehen landesspezifisch weitere Mittel bereit. Auch hier gibt es unterschiedliche Herangehensweisen: Während beispielsweise Berlin und Hamburg die Zuschüsse des Bundes aufstocken, werden die vieler anderer Bundesländer meist mit den Bundesmitteln verrechnet. Einen Überblick der zusätzlichen Hilfen finden Sie zum Beispiel hier. Die Auszahlungen starten ab sofort.

Wofür darf ich das Geld ausgeben?

Die Soforthilfe dient dazu, die wirtschaftliche Existenz der Unternehmen zu sichern, um akute Liquiditätsengpässe in Folge der Corona-Krise zu überbrücken. Dabei sind die Bundesmittel ausschließlich dazu da, laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten, aufzufangen. Darüber hinaus gehende Landesmittel stehen für Betriebs- und Personalkosten (eigenes Gehalt sowie Gehälter für Beschäftigte) zur Verfügung.

Wird der Zuschuss versteuert?

Grundsätzlich darf das Soforthilfe-Paket mit anderen Hilfen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kumuliert werden. Eine Überkompensation muss allerdings später zurückgezahlt werden. Damit der Zuschuss den Betroffenen möglichst sofort zur Verfügung steht, wird er bei den Steuervorauszahlungen für 2020 nicht berücksichtigt. Zwar ist der Zuschuss steuerpflichtig, aber das wirkt sich erst dann aus, wenn die Steuererklärung für 2020 eingereicht werden muss, also frühestens in 2021. Nur wenn im Jahr 2020 ein positiver Gewinn erwirtschaftet wurde, wird auf den Zuschuss der individuelle Steuersatz fällig.

 

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