Corona-Maßnahmenpaket: So kontrovers reagiert die Branche

Anne Hünninghaus Corona Berater Top News

Martin Klein, Geschäftsführender Vorstand VOTUM:

"Sollten die Maßnahmen Mitte April nicht wieder deutlich gelockert werden, ist davon auszugehen, dass weitere Unterstützung notwendig sein wird."

procontra: Was halten Sie von den gestern beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung für Selbstständige und kleine Betriebe?

Martin Klein: Inwieweit die schnell beschlossenen Unterstützungsmaßnahmen ausreichend sind, wird der zeitliche Verlauf der Krise zeigen. Die politische Führung muss den Mut haben, die verhängten Einschränkungen für das soziale Miteinander und die betroffenen Wirtschaftszweige auch wieder aufzuheben. Sollten die Maßnahmen Mitte April nicht wieder deutlich gelockert werden, ist sicher davon auszugehen, dass weitere Unterstützung notwendig sein wird. Die Auswirkungen bei den einzelnen Vermittlern hängen stark von der Betroffenheit ihrer jeweiligen Kundenklientel ab, so dass eine generelle Aussage für die Auswirkungen bei den Vermittlern nicht getroffen werden kann.

procontra: Welche Hilfsangebote würden Sie sich im Sinne der Makler darüber hinaus wünschen?

Klein: Hilfsangebote können in dieser Zeit nicht nur vom Staat kommen, sondern sollten auch von den Versicherungsgesellschaften angeboten werden. Viele Versicherer haben bereits positive Beispiele gezeigt. So ist es für die Versicherungsvermittler entscheidend, dass nicht jede Beitragsfreistellung die jetzt bei ihren Kunden in der Lebensversicherung getätigt wird – sei es aufgrund der Vereinbarung von Kurzarbeit oder aber bei Selbstständigen wegen wegbrechender Umsätze – unmittelbar zu einer Stornobelastung führt. Sämtliche Versicherer sollten sich auf entsprechende zeitlich langgestreckte Aussetzungen von Stornorückforderungen verständigen. So würde es bestenfalls bei einem Wiederanlauf der Wirtschaft und damit der Fortführung der Beitragszahlungen gar nicht erst zu einer Stornobelastung kommen.

procontra: Teilen Sie die optimistische Einschätzung mancher Makler, die Krise sei nun eine Chance – beispielsweise, um sich digital besser aufzustellen?

Klein: Die Krise beschleunigt die Lernkurve im Bereich der Onlineberatung und der digitalen Unterstützung von Beratungsprozessen. Dennoch kann auch ein noch so gut digital aufgestellter Makler eine wirtschaftliche Rezession in seinem Kundenstamm nicht unmittelbar auffangen, begleitende Hilfsmaßnahmen sind daher unbedingt notwendig.

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